„Fed wird 4 bis 6 Zinserhöhungen bis Ende 2023 vornehmen“

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US-Notenbank in Washington

Ein früheres, schnelleres Tapering und bis zu 6 Zinserhöhungen bis Ende 2023 – das sind die Erwartungen von Seema Shah, Chefstrategin von Principal Global Investors. Wie sie die jüngsten US-Inflationsdaten einordnet und welche Empfehlungen sie für Anleger hat

Nach den Inflationsdaten der letzten Woche ist die Inflation nun auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahrzehnten. Die Verbrauchernachfrage ist heißgelaufen, die Probleme in der Lieferkette halten an, und die Energiekosten sind sprunghaft angestiegen. In vielen Sektoren gibt es nach wie vor Engpässe, insbesondere bei Halbleitern und in der Fahrzeugindustrie. Kurzfristige Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Omicron-Variante und die anhalten globalen Lieferengpässe könnten die Inflation in nächster Zeit weiter verschärfen, bevor sich der Preisdruck zu bessern beginnt.

Für Anleger besteht die wichtigste Auswirkung der beschleunigten Inflation in den Auswirkungen auf die Politik der Federal Reserve (Fed). Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hat in seiner jüngsten Aussage vor dem Kongress den Begriff „vorübergehend“ bei der Beschreibung von Inflationstrends aufgegeben. Die Fed ist zwar immer noch der Meinung, dass die Inflation auf die einmaligen Auswirkungen der Pandemie und der Lieferkettenprobleme zurückzuführen ist, doch sie geht nicht mehr davon aus, dass diese Probleme schnell gelöst werden können.

Infolgedessen wird die Fed bereits auf ihrer Sitzung am 15. Dezember ein schnelleres Tapering ankündigen. Dies könnte den Weg für eine frühere Zinserhöhung im Jahr 2022 ebnen, wobei der Startschuss im zweiten Quartal fallen könnte. Mit dieser Änderung der Geldpolitik rechnen wir nun mit 4 bis 6 Zinserhöhungen im Laufe der Jahre 2022 und 2023. Obwohl diese Änderung des Zeitplans in den letzten zwei Wochen zu einer gewissen Volatilität führte, scheinen sich die Märkte stabilisiert und diese Nachricht verdaut zu haben.

Während die Inflation steigt, bewegen sich die Aktienbewertungen nach wie vor in der Nähe ihrer Höchststände und die Credit Spreads am Anleihenmarkt bleiben eng. Unternehmen mit Preissetzungsmacht und starken Bilanzen sind in diesen Zeiten attraktiv und unterstreichen die Argumente für Large/Mega-Cap-Technologiewerte. Wir bevorzugen auch weiterhin Anleihen mit kürzerer Laufzeit, da die Zinssätze von einem niedrigen Niveau aus stetig steigen, sowie REITs, die eine natürliche Absicherung gegen Inflation darstellen und Erträge liefern können, solange die Zinsen noch niedrig sind.

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