Ferrari: Überzeugender ESG-Ansatz?

Foto: Jack Skeens / Shutterstock

Ferrari und ESG? Auf den ersten Blick – zumindest wenn man nur die ökologische Seite betrachtet – scheint das nicht zusammenzugehen. Zehrid Osmani, Leiter für globale, langfristige und indexunabhängige Strategien bei Martin Currie, Teil von Franklin Templeton, ist da ganz anderer Ansicht.

Die italienische Sportwagenmanufaktur bietet ein einzigartiges Angebot für das globale Wachstum vermögender Privatpersonen (HNWI). In einer zyklischen Branche eröffnet Ferrari eine langfristige Anlagemöglichkeit mit einer bekannten Marke, einer beneidenswerten Preissetzungsmacht und einem treuen Kundenstamm, der auf einem starken Franchise basiert – einige der Fahrzeuge sind bereits vor Produktionsbeginn ausverkauft. Und auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ist Ferrari gut aufgestellt. Nach dem Hybrid-Einstieg wird es 2025 das erste Ferrari E-Auto geben.

Ferrari ist gut positioniert, um in den nächsten zehn Jahren vom Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern zu profitieren, wo die Zahl der vermögenden Privatpersonen am stärksten zunimmt. Im Bereich ‚Elektrofahrzeuge‘ ist Ferrari in den Hybridmarkt eingestiegen und hat sich verpflichtet, bis 2022 einen Hybridanteil von 60 % zu erreichen. Sein erstes Hybridfahrzeug, der SF90 Stradale, ist das meistverkaufte Modell des Unternehmens. Der größte Teil der Einnahmen und Gewinne von Ferrari stammen aus den USA und Europa. Das Unternehmen ist jedoch zunehmend in den Schwellenländern, insbesondere in China, präsent. Der neue Purosangue SUV ist ein Schritt zum Ausbau des Geschäfts auf dem chinesischen Markt für Luxusfahrzeuge, auf dem sowohl Luxus als auch Komfort gefragt sind.

Renditeprofil entspricht Luxusgüterunternehmen

Ferrari konzentriert sich ausschließlich auf den Markt für Luxusautos der Oberklasse. Dieser Fokus ist wichtig, um den Markenwert zu bewahren. Die Produktionskapazitäten sind derzeit nicht voll ausgelastet. Das Unternehmen hat das Potenzial, seine Kapazität langsam zu erhöhen und dabei die Exklusivität beizubehalten. Die Einführung neuer Icona-Autos, exklusiver, limitierter Neuauflagen klassischer Modelle, kann zu höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen und einer erheblichen Steigerung der Kapitalrendite führen. Wichtig ist, dass sich das Renditeprofil von Ferrari deutlich von dem seiner Konkurrenten im globalen Automobilsektor unterscheidet, mit Renditen, die eher denen von Luxusgüterunternehmen entsprechen.

2025: Erstes vollelektrisches Auto

Der ESG-Ansatz des Unternehmens hat uns überzeugt, Benzinbetriebene Motoren sind für die Marke von zentraler Bedeutung; die Bewertung 4 für das regulatorische Risiko spiegelt jedoch den Druck wider, dem sich Ferrari im Hinblick auf die Verschärfung der Emissionsstandards und die Einführung klarer Fristen für den Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor in einer wachsenden Zahl von Märkten ausgesetzt sieht. Ferrari will die Emissionen senken und hat sich verpflichtet, bis 2022 einen Hybridanteil von 60 % zu erreichen. 2020 brachte das Unternehmen sein erstes Hybridmodell, den SF90 Stradale, auf den Markt, der derzeit das meistverkaufte Modell des Unternehmens ist. Im Jahr 2022 werden zwei neue Hybridmodelle auf den Markt kommen. Das erste vollelektrische Auto ist für 2025 geplant.

Wachstumsmarkt China

China macht etwa 6 % von Ferraris Einnahmen und Gewinnen aus. China ist neben anderen asiatischen Ländern das Land mit dem höchsten Wachstum an vermögenden Privatpersonen. Ferrari ist in diesem Markt unterrepräsentiert, hat aber das Potenzial für größeres Wachstum mit der Einführung seines ersten SUV im Jahr 2022, dem Purosangue. Dies ist eine spannende Entwicklung, da mit diesem Modell ein echter Viersitzer in die Produktpalette aufgenommen wird, der einen wichtigen Teil der Nachfrage auf dem Automarkt abdeckt. Für China ist es von großer Bedeutung, dass vermögende Privatpersonen sowohl Luxus als auch Komfort schätzen und es oft vorziehen, von einem Chauffeur gefahren zu werden, anstatt selbst zu fahren. Dieses Modell bietet all diese Eigenschaften für den chinesischen Markt und trägt dazu den Markennamen Ferrari.

Ausblick

Ferrari bietet ein gutes Potenzial an wichtigen langfristigen strukturellen Wachstumstreibern innerhalb unseres Investment-Rahmens, bei dem wir Unternehmen suchen, die zu einem oder mehreren der drei Megatrends Demografie, Technologie und Ressourcenverknappung passen, eine gute geografische Streuung, eine lebhafte Nachfrage an Endverbrauchermärkten, eine Diversifizierung der Geschäftsmodelle innerhalb der von uns gehaltenen wachstums- und renditestarken Unternehmen sowie ein sich beschleunigendes Wachstumsprofil.

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