„Der Dollar-Crash bleibt aus!“

Die Volkswirte der Deutschen Postbank haben sich festgelegt: Der Dollar-Crash ist abgewendet. Die Ökonomen des Bonner Instituts erwarten sogar, dass sich der Greenback im zweiten Halbjahr 2010 bei 1,40 je Euro stabilisiert. Lediglich kurzfristig sei das Risiko einer Schwächung auf 1,50 je Euro gegeben.

Deutschlands Exportwirtschaft profitiert

dollarcrah„Für den Exportweltmeister Deutschland ist das eine gute Nachricht“, sagt Postbank-Chefvolkswirt Dr. Marco Bargel. Weil viele Produkte deutscher Firmen auf dem Weltmarkt in Dollar bezahlt werden, stützt ein starker Dollar die Erträge der heimischen Exportwirtschaft.

Anfang 2009 war der Dollar als sicherer Hafen treibende Kraft am Devisenmarkt gewesen. Mit einer sichtbaren Entspannung an den Finanzmärkten, die mit einem zunehmenden Risikoappetit der Anleger einherging, hat er in den Frühjahrsmonaten seinen seit 2002 währenden Abwärtstrend gegenüber dem Euro wieder aufgenommen.

Doch selbst wenn der Risikoappetit der globalen Anleger weiter zunimmt, heiße das nicht, dass der Greenback stark abwertet oder gar ins Bodenlose fällt, so die Postbank-Volkswirte.

Fed macht den ersten Zinsschritt

Ihrer Einschätzung nach wird die US-Notenbank Fed die Leitzinsen noch vor der EZB erhöhen. Damit verändere sich der internationale Zinsabstand zugunsten des Dollar. Dies habe in der Vergangenheit regelmäßig eine Aufwertung der jeweiligen höherverzinslichen Währung begünstigt.

Unter dem Strich bleibe der Dollar als Leitwährung ohnehin ohne Alternative: Sein Hauptkonkurrent – der Euro – dürfe noch einige Zeit unter den Haushaltsproblemen einiger Mitgliedsländer wie Griechenland und Spanien leiden. Und neue potenzielle Leitwährungen wie der chinesische Renminbi müssen sich, so die Ökonomen, die Akzeptanz bei globalen Investoren erst erarbeiten. (hb)

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