Commerzbank will keine Filialen schließen

Die Commerzbank will dem Trend zu massenhaften Filialschließungen in Deutschland weiter trotzen. „Wir wollen wachsen und der Konkurrenz Marktanteile wegnehmen“, sagte der für private Kunden zuständige Bereichsvorstand Michael Mandel am Donnerstag in Frankfurt. „Schließen ist keine Wachstumsstrategie.“

Co-Bank will Trend zu Einschnitten im Filialnetz nicht mitmachen.

Durch die Bankenbranche rollt angesichts der wegen der niedrigen Zinsen wegbrechenden Erträge und des Trends zu einem zunehmend digitalen Bankgeschäft eine Welle von Filialschließungen. So hat die Unicredit-Tochter HypoVereinsbank in den vergangenen zwölf Monaten 240 seiner zuvor 580 Standorte dicht gemacht. Die Deutsche Bank will rund ein Drittel ihrer rund 730 Standorte aufgeben.

„Rückzug ist falsche Lösung“

Mandel betonte, sich aus dem Markt zurückzuziehen, sei aus seiner Sicht die falsche Lösung für die Probleme der Branche. Die Commerzbank habe mit ihrer Ende 2012 veränderten Strategie im zuvor lange schwachen Privatkundengeschäft den Umbruch geschafft. Begleitet von einer Werbeoffensive hatte das Institut unter anderem interne Strukturen, aber auch seine Kundenberatung verändert.

Kundenzahl gesteigert

„Das Geschäftsmodell funktioniert wieder“, sagte Mandel. Die Bank habe ihre Kundenzahl um 643 000 auf 11,5 Millionen gesteigert. Seit Beginn dieses Jahres kamen allein 111.000 hinzu. Ziel ist es, bis Ende 2016 eine Million Kunden zu gewinnen. Das Geschäftsvolumen – darunter versteht die Commerzbank die vergebenen Kredite sowie die Anlagen der Kunden – kletterte von Ende 2012 bis Ende März um 37 Milliarden auf 301 Milliarden und liegt damit bereits über dem ursprünglich anvisierten Ziel.

Bank profitiert von Wachstum bei Baufinanzierungen

Aus dem Kapital, das die Bank im Privatkundengeschäft einsetzte, holte sie im ersten Quartal 15,5 Prozent heraus und übertraf damit ihr selbst gestecktes Ziel. Beim operativen Gewinn ist das Ziel von gut 500 Millionen Euro im Jahr nach 161 Millionen Euro in Reichweite. Dabei profitiert die Bank unter anderem von einer massiven Ausweitung des Geschäfts mit Baufinanzierungen.

Potenzial in der Vermögensverwaltung

Weiteres Wachstumspotenzial sieht die Bank in der Vermögensverwaltung und bei Konsumentenkrediten. Inzwischen hat das Geldhaus neue Ziel bis 2020 entwickelt. Dabei sollen die Kosten auch bei steigenden Gehältern und den immer strengeren Vorschriften stabil bei rund 700 Millionen Euro bleiben. Dazu will die Commerzbank ihre Produkte vereinfachen und deren Zahl von derzeit rund 460 halbieren. Grundsätzlich sollen künftig alle Bankgeschäfte auch auf allen Kanälen von der Filiale über das Callcenter bis zum Internet abgeschlossen werden können.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Commerzbank

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