Anzeige
11. September 2015, 16:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Kreditwirtschaft gegen europäische Einlagensicherung

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) erachtet jede Form der Europäisierung der Einlagensicherung für nicht zielführend. Eine mögliche Transferunion lehnen sie entschieden ab.

Banken in Deutsche Kreditwirtschaft gegen europäische Einlagensicherung

Deutsche Banken wollen inländische Einlagensicherung nicht aushöhlen lassen.

Die DK unterstützt vorbehaltlos die Bundesregierung in ihrer wiederholt geäußerten Kritik an weiteren Schritten zur Koppelung oder gar Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme in der EU. Das Vertrauen der Sparer in die Sicherheit ihrer Kundeneinlagen muss stetig gegeben sein.

Vertrauen der Bürger gefährdet

Im Fall einer Vergemeinschaftung der Einlagensicherung – mit einer damit verbundenen Vielzahl an Zugriffsrechten – würde das Vertrauen der Bürger in die Verlässlichkeit der vorhandenen Einlagensicherungssysteme leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Dies würde die Finanzmarktstabilität in Deutschland nachhaltig untergraben. Die Deutsche Kreditwirtschaft ist nicht bereit, die zur Sicherung von Kundengeldern über viele Jahre angesammelten Mittel für die Einlagensicherung in anderen Ländern einzusetzen oder im Wege einer Rückversicherung eine Haftung für fremde Einlagensicherungssysteme zu übernehmen. Insbesondere, da einige wichtige EU-Staaten noch keine Gelder angespart haben.

Keine Dauerbaustelle der Finanzarchitektur in Europa

Die Einlagensicherung dürfe nicht zur Dauerbaustelle der europäischen Finanzarchitektur werden. Die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung sollte zunächst in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Dies hat nun Priorität. Bisher haben manche Einlagensicherungssysteme in Europa die novellierte EU-Richtlinie noch nicht umgesetzt.

Stresstests ab 2017

Die Novelle sieht – für viele Länder erstmalig – eine ex-ante Finanzierung von Einlagensicherungssystemen vor. Die Ansparphase dauert bis 2024. Erste Stresstests der Systeme erfolgen in 2017. Die DK plädiert dafür, die bestehenden Richtlinien vollständig umzusetzen und Wirksamkeit entfalten zu lassen. Für ein weiteres europäisches Sicherungssystem sieht sie keine Notwendigkeit.

Pläne europäischer Institutionen zur Einlagensicherung

Die Präsidenten der Europäischen Kommission, der EZB, des Europäischen Parlamentes, des Rates und der Eurogruppe haben im Sommer Pläne über die langfristige Entwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion vorgelegt, wobei u. a. eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme in Europa gefordert wird. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, äußerten sich aktuell erneut zu dieser Idee und haben weitere Schritte angeregt. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trendprodukt Fondspolicen – Aktien Europa – Zweitmarkt 2018 – Andrang auf Zinshäuser 

Ab dem 25. Januar im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Pfleger fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Die Pflegebranche fühlt sich nach einer neuen Studie von der Politik im Stich gelassen. 91 Prozent der professionell Pflegenden sagen demnach, dass das Thema Pflege in der Politik einen geringen Stellenwert hat. Das geht aus einer neuen Studie (Care Klima Index) hervor, die in Kooperation mit dem Deutschen Pflegetag erstellt wurde.

mehr ...

Immobilien

Bundesverfassungsgericht stellt Einheitswerte infrage

Das Bundesverfassungsgericht hat die Berechnungsgrundlage der für Kommunen wichtigen Grundsteuer auf den Prüfstand gestellt. In einer mündlichen Verhandlung hörten die Richter Argumente für und gegen das aktuelle Verfahren. Kippt das Gericht die bisherige Regelung, hätte dies weitreichende Konsequenzen.

mehr ...

Investmentfonds

Die sechs wichtigsten Fragen von Anlegern

Setzt sich der weltweite Aufschwung der Konjunktur in 2018 fort? Und sind Aktien nicht schon lange überbewertet? Diese zwei Fragen gehören zu den sechs Fragen, die Anleger am häufigsten stellen. Goldman Sachs hat sie beantwortet. Gastbeitrag von Andrew Wilson, Goldman Sachs.

mehr ...

Berater

Blau direkt startet Web-App

Der Maklerpool Blau direkt hat eine Web-App für die hauseigene Anwendung “simplr” gestartet. Wie das Lübecker Unternehmen mitteilt soll die Web-App Kunden unter anderem den Vorteil bieten, dass sie nicht erst auf dem Smartphone installiert werden muss und auf sämtlichen Endgeräten funktioniert.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer Chef bei Hamburg Trust

Der Hamburger Immobilien-Investmentmanager Hamburg Trust Grundvermögen und Anlage GmbH hat die Geschäftsführung ab dem 1. Januar 2018 durch Oliver Priggemeyer verstärkt.

mehr ...

Recht

Bundesbank-Vorstand: Bitcoin-Regulierung ist nur eine Frage der Zeit

Kryptowährungen wie Bitcoin sind in Deutschland bislang unreguliert, das wird sich bald ändern. Das geht aus einer Aussage des Vorstands der Deutschen Bundesbank, Joachim Wuermeling, hervor. Erste Schritte habe man bereits unternommen.

mehr ...