Anzeige
17. Dezember 2015, 08:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DIW: Deutsche Wirtschaft wächst dank Flüchtlingen

Die deutsche Wirtschaft wird nach der jüngsten Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ihren Aufwärtstrend voraussichtlich auch in den kommenden beiden Jahren fortsetzen.

Europaeische-wahrungen-fratzscher in DIW: Deutsche Wirtschaft wächst dank Flüchtlingen

Marcel Fratzscher, DIW, erwartet in 2016 eine stabile Konjunktur.

Demzufolge dürfte das Bruttoinlandsprodukt nach einem Anstieg um 1,7 Prozent in diesem Jahr auch im kommenden Jahr um diesen Wert wachsen. Für das Jahr 2017 ist mit 1,5 Prozent etwas weniger zu erwarten – allerdings nur deshalb, weil die Zahl der Arbeitstage aufgrund der Lage der Feiertage geringer ausfällt.

Privater Konsum schiebt Konjunktur an

In erster Linie ist es die Inlandsnachfrage, die die deutsche Wirtschaft anschiebt. Der private Verbrauch trägt maßgeblich zum Wachstum bei, allerdings zu einem Teil bedingt durch Sondereffekte wie dem gesunkenen Ölpreis. Auch haben Ausgaben des Staates – unter anderem für Transferleistungen und Sprachkurse – für die Asylsuchenden zugenommen, die sich im Aggregat des privaten Konsums niederschlagen. Sieht man von solchen Sondereffekten ab, ist die Dynamik des privaten Konsums nicht wirklich kräftig. Von der durch die Migration angestoßenen Nachfrage profitiert auch die Bauwirtschaft, etwa weil vielerorts dringend Wohnungen benötigt werden.

Staatsausgaben steigen durch Asylsuchende

Das DIW Berlin geht unter Berücksichtigung verschiedenster Annahmen – etwa hinsichtlich der Zahl der Asylsuchenden, der Bearbeitungsdauer der Anträge, der Anerkennungsquote und der Erwerbsquote – davon aus, dass die Bruttoausgaben des Staates in Zusammenhang mit den Asylsuchenden in diesem Jahr bei knapp sechs Milliarden Euro und in den kommenden beiden Jahren bei knapp 15 beziehungsweise 17 Milliarden Euro liegen werden. Diesen Ausgaben werden – gleichwohl noch schwerer quantifizierbare – Mehreinnahmen gegenüberstehen, etwa bei der Mehrwert- und Lohnsteuer oder bei den Sozialbeiträgen. Unter dem Strich dürften die öffentlichen Haushalte auch in den kommenden beiden Jahren mit einem Überschuss abschließen, wenngleich dieser über die Zeit geringer wird.

Ausgaben für Flüchtlinge sind massives Konjunkturprogramm

“Die Ausgaben für Geflüchtete werden in den kommenden beiden Jahren wie ein massives Konjunkturprogramm wirken, vergleichbar mit dem während der globalen Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010. Ohne den Stimulus der Ausgaben für Geflüchtete in Höhe von 15 bis 17 Milliarden Euro jährlich, oder 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, würde das Wirtschaftswachstum in den nächsten beiden Jahren deutlich geringer ausfallen. Die größte Schwäche der deutschen Konjunktur sind die niedrigen öffentlichen und privaten Investitionen, die nahe ihres historischen Tiefpunkts verharren, trotz einer dynamischen privaten Konsumnachfrage. Die Politik darf die dringend notwendige Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen nicht aus den Augen verlieren”, so Prof. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin. (fm)

Foto: Bettina Volke

1 Kommentar

  1. Meine “Empfehlung” an alle EU-Pleitestaaten: Nehmt so viele Flüchtlinge wie möglich auf,egal ob Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtlinge, gebt Ihnen freie Kost, Unterkunft, Krankenversicherung, Kindergeld und Taschengeld: Dann “wächst” auch Eure Wirtschaft. Ironie aus.

    Kommentar von stefan — 18. Dezember 2015 @ 11:02

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Riester-Rente: Eine schlechtgeredete Erfolgsgeschichte

Arbeitnehmer sollten sich die Riester-Rente nicht entgehen lassen. Die großzügige staatliche Förderung sorgt für stattliche Renditen. Riestern lohnt sich beinahe für alle – ganz unabhängig vom Zinsniveau.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Immobilien

“Verlauf von Kundenakquise, Beratung und Abschluss wird wichtiger”

Robert Annabrunner, Bereichsleiter Vertrieb Drittvertrieb bei der Postbank-Tochter DSL Bank, sprach mit Cash. über eine erste Bilanz zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie und den Wettbewerb zwischen Hausbanken und Baufi-Vermittlern.

mehr ...

Investmentfonds

Veränderung bei der Aktionärsstruktur von Mainfirst

Beim Frankfurter Vermögensverwalter Mainfirst hat es deutliche Veränderungen im Kreis der Eigentümer gegeben. Bei der Gesellschaft, wo derzeit rund 180 Mitarbeiter angestellt sind, gibt es zukünftig einen sehr starken Aktionär aus der Schweiz.

mehr ...

Berater

Internetmarketing: “Makler müssen Online-Servicepunkte bieten”

Jan Helmut Hönle, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Hönle.training, ist Experte für Internetmarketing und Online-Beratung. Im Gespräch mit Cash. erläutert er, wie Makler im Internet Kunden gewinnen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Schiffsfonds: Vom Boomsegment zur Marktnische

Vor nur zehn Jahren waren Schiffsfonds das zweitstärkste Segment der Sachwertbranche. Dies erscheint aus heutiger Sicht fast schon utopisch. Etliche Fonds sind gescheitert. Umso erstaunlicher ist, dass sich erstmals wieder ein Anbieter auf den Markt wagt.

mehr ...

Recht

Maklervertrag: Diese zwölf AGB-Klauseln sind tabu

Ein Versicherungsnehmer hatte gegen seinen Versicherungsmakler geklagt, nachdem dieser ihm eine Rechnung wegen Provisionsverlust stellen wollte und auf seine AGB verwies. Bei einer genaueren Prüfung der AGB fanden die Richter insgesamt zwölf ungültige Klauseln.

mehr ...