Anzeige
Anzeige
4. Juni 2015, 11:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Draghis Politik lässt Anleihenkurse schwanken

Die zweite Verkaufswelle am Anleihemarkt innerhalb kürzester Zeit setzt sich beschleunigt fort: Am Donnerstag fielen die Kurse von Staatsanleihen weltweit weiter zurück. In Deutschland näherte sich der Zins für zehnjährige Bundesanleihen, der sich aus dem Kurswert und dem Zinskupon errechnet, mit großen Schritten der Marke von einem Prozent.

Draghi in Draghis Politik lässt Anleihenkurse schwanken

Das von Mario Draghi initiierte Anleihekaufprogramm der EZB wird für ein Austrocknen der Märkte verantwortlich gemacht.

Erst Mitte April war er auf ein Rekordtief von 0,05 Prozent gefallen. Auch im übrigen Europa, in Asien und in den USA ging der Renditeanstieg der vergangenen Tage weiter. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future, der die Kursentwicklung von Bundeswertpapieren beschreibt, fiel am Donnerstagvormittag um 0,92 Prozent auf 149,79 Punkte.

Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die sich gegensätzlich zum Kurswert bewegt, auf ein neues Jahreshoch. In der Spitze kletterte der Zins auf 0,99 Prozent. In Großbritannien stieg der Zehnjahreszins mit 2,17 Prozent auf den höchsten Stand seit November. In den USA rentierten entsprechende Staatspapiere mit 2,42 Prozent – so hoch wie seit Oktober nicht mehr.

Viele Gründe für Ausverkauf

Die jüngste Episode folgt auf einen ersten Ausverkauf von Mitte April bis Anfang Mai. Damals war von einem Anleihe-Crash die Rede. Gründe für die neuerliche Zuspitzung gibt es einige. Am Markt werden aber vor allem Preisdaten aus dem Euroraum genannt. Im Mai hatte sich die Inflation erstmals seit einem halben Jahr von der Nulllinie gelöst.

Zudem erhöhte sich die weniger schwankungsanfällige Kernrate, die den Preistrend besser wiedergibt, deutlich von 0,6 auf 0,9 Prozent. Das liegt zwar klar unterhalb des Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB) bei knapp zwei Prozent. Deflationsfurcht dürften die Zahlen aber auch nicht mehr nähren.

Geringere Deflationssorgen und bessere Wachstumsaussichten

Am Mittwoch hatte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), mehrere Gründe für den Renditeschub genannt. Neben geringeren Deflationssorgen verwies er auf bessere Wachstumsaussichten für den Euroraum, ein gegenwärtig hohes Angebot an neuen Staatsanleihen und eine geringere Marktliquidität. Die geringere Liquidität am Markt ist auch eine Folge der EZB-Geldschwemme.

Austrocknen der Märkte als Folge der EZB-Politik?

Seit März nimmt die Notenbank in erheblichem Umfang Staatsanleihen vom Markt. Fachleute sagen, damit trockne sie die Märkte aus. Draghi hatte am Mittwoch gewarnt, die Marktteilnehmer müssten sich an stärkere Kursschwankungen gewöhnen.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

Versicherer Huk-Coburg kehrt Online-Vergleichsportalen den Rücken

Deutschlands größte Autoversicherung Huk-Coburg steigt aus Internet-Vergleichsportalen aus. Man habe sich entscheiden, ab Oktober “auf die relativ teuren Vergleichsportale zu verzichten” und sich dort nicht mehr listen zu lassen, sagte Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann am Dienstag.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Wohnen will mit Wandelanleihen neues Geld einsammeln

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen AG will sich mit Wandelanleihen frisches Kapital beschaffen. Insgesamt will das Unternehmen bei institutionellen Anlegern auf diese Weise 800 Millionen Euro einsammeln.

mehr ...

Investmentfonds

Bargeldlose Zukunft

Auch wenn sich der bargeldlose Zahlungsverkehr in Deutschland langsamer durchsetzt als in anderen Ländern, sollten Investoren nicht die Chancen verpassen, die neue Technologien bieten. Immer mehr Anbieter etablieren sich am Markt. Gastbeitrag von Moritz Rehmann, DJE.

mehr ...

Berater

Kein Vermittler kann sich hinter Mifid II verstecken

Neben der IDD-Umsetzung ist die Regulierung nach Mifid II die zweite große Gesetzesänderung für den Finanzvertrieb im kommenden Jahr. Vermittler sind aber gut beraten, über den Mifid-Tellerrand hinauszublicken. Selbst Versicherungsvermittler könnten eines Tages betroffen sein. Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...

Sachwertanlagen

David Landgrebe verlässt Ernst Russ AG

David Landgrebe, seit Juni 2013 Vorstand des maritimen Asset- und Investmentmanagers Ernst Russ AG, wird das Unternehmen zum 31. Oktober 2017 in gegenseitigem Einvernehmen verlassen.

mehr ...

Recht

Das können Vermieter von der Steuer absetzen

Wer eine Immobilie vermietet, erzielt nicht nur Mieteinnahmen, sondern muss auch eine Reihe von Kosten tragen. Cash. gibt einen Überblick über die wichtigsten Positionen, die von der Steuer abgesetzt werden können.

mehr ...