Anzeige
9. März 2015, 15:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EZB uneins bei Verlusten aus negativer Bond-Rendite

Die Europäische Zentralbank hat ihr Anleihekaufprogramm im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro gestartet. Bei manchen Einzelheiten herrscht allerdings noch Uneinigkeit zwischen den Ratsmitgliedern.

Draghi in EZB uneins bei Verlusten aus negativer Bond-Rendite

EZB-Chef Mario Draghi: Was geschieht, wenn die Rendite von aufgekauften Papieren negativ ist?

So ist etwa noch unklar, wie Verluste aus dem Ankauf von Staatsanleihen mit negativer Rendite aufzuteilen sind, erfuhr Bloomberg News von drei Notenbankvertretern aus dem Euroraum. Die nationalen Zentralbanken werden den Ankauf solcher Papiere wahrscheinlich zunächst meiden, sagte eine der informierten Personen.

Anleihen von sieben Euro-Ländern mit negativer Rendite

Die Uneinigkeit könnte den Manövrierraum bei Mario Draghis geldpolitischer Lockerung im Gesamtvolumen von 1,1 Billionen Euro in der Startphase einengen. Staatsanleihen von sieben Euro- Mitgliedern, darunter Deutschland und Frankreich, werden mit einer negativen Rendite gehandelt. Das entspricht rund einem Viertel der Wertpapiere im 346 Wertpapiere umfassenden Bloomberg Eurozone Sovereign Bond Index.

Ankauf möglich, wenn Rendite über dem Einlagenzins liegt

Staatspapiere aus Österreich, Belgien, Finnland, der Slowakei und den Niederlanden haben ebenfalls eine negative Rendite. EZB-Präsident Draghi hatte nach der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag erklärt, der Ankauf von Papieren mit negativer Rendite sei möglich, sofern die Rendite über dem Einlagenzins liegt, der derzeit auf minus 0,2 Prozent festgelegt ist.

Abschirmung nationaler Notenbanken vor Verlusten

Die EZB hatte mit den nationalen Zentralbanken vereinbart, die Teilhabe an den Risiken zu begrenzen. Zudem sollen nationale Zentralbanken, die – wie die Deutsche Bundesbank – der Notwendigkeit einer quantitativen Lockerung skeptisch gegenüberstehen, vor Verlusten aus jeglichen möglichen Zahlungsausfällen weniger kreditwürdiger Länder abgeschirmt werden.

Minusgeschäft für Anleihekäufer

Dabei ist noch nicht geklärt wurde, wie mit den impliziten Verlusten beim Kauf der sichersten Staatspapiere der Euro-Region umgegangen werden soll. Wer diese Papiere kauft, erhält bei Fälligkeit weniger zurück als er bezahlt hat.

Keine offizielle Stellungnahme der EZB

Ein EZB-Sprecher wollte sich zur Behandlung der Verluste aus Anleihen mit negativer Rendite beim QE-Programm nicht äußern. Wie von zwei EZB-Vertretern zu erfahren war, hatte die Zentralbank vor der Sitzung am 5. März ein Papier zu den Auswirkungen des Kaufs von Wertpapieren mit negativer Rendite zusammengestellt.

Varianten zur Lösung

Dabei gibt es die Möglichkeit, zwischen Verlusten auf das Nominalkapital und Verlusten auf den Zinsertrag zu unterscheiden. Das würde es ermöglichen, letztere zu teilen. Alternativ könnte entschieden werden, beide Verlustarten gleich zu behandeln und bei den einzelnen Institutionen zu belassen. Ein Kompromiss könnte darin bestehen, eine Form von Schutz vor Verlusten zu schaffen.

Quelle: Bloomberg

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeden vierten Tag ein neues Fintech

Die Fintech-Szene in Deutschland wächst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell. Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017 mit 713 Millionen Euro. Und das Tempo der Neugründungen hält weiter an, bestätigt eine Fintech-Studie von Comdirect.

mehr ...

Immobilien

Trendwende oder nur ein Ausreißer? Darlehenshöhe wieder rückläufig

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist anhaltend hoch. Nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators ist die durchschnittliche Kredithöhe im Monat September leicht gesunken. Die Standardrate für ein Darlehen erreichte den niedrigsten Wert seit März 2017. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Ergebnisse.

mehr ...

Investmentfonds

Zweijährige US-Staatsanleihen erreichen Zehnjahres-Hoch

US-Anleihen haben diese Woche ein neues Rendite-Hoch erreicht. Das hat mindestens zwei Ursachen. Damit gibt es für US-Anleger wieder eine sichere Alternative zu den Aktienmärkten, die kein Verzicht auf Renditen bedeutet. Für deutsche Anleger sind US-Anleihen aber keine lohnende Anlage.

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...