Anzeige
Anzeige
28. Juli 2015, 10:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Wir brauchen einen europäischen Finanzminister”

In dem zweiten Teil des Cash.-Interviews mit Professor Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), spricht er über die Notwendigkeit, die Europäische Union zu reformieren.

Griechenland

Marcel Fratzscher, DIW: “Griechenland ist geradezu ein Parade-Beispiel, das zeigt, warum wir uns stärker integrieren müssen.”

Cash.: Griechenland ist noch längst nicht über den Berg. Was muss dort passieren, was muss sich innerhalb der Eurozone verändern?

Fratzscher: In Deutschland gibt es die Erwartung, dass wir gemeinsame Regeln haben, um Länder wie Griechenland, Irland oder Portugal ausschließen zu können. Grundsätzlich ist eine solche Erwartungshaltung richtig und nachvollziehbar. Dennoch wird man eine Krise nie ausschließen können. Man wird auch einen Regelbruch nie ausschließen können. Was mich an der Diskussion in Deutschland stört, ist das Argument, die anderen Europäer hielten sich nicht an unsere gemeinsamen Regeln. Aber nur uns Deutschen sei das wichtig. Ich glaube, es ist für alle wichtig. Wir Deutschen sind diesbezüglich etwas engstirnig und überheblich.

Für mich sind zwei Punkte wichtig; Zum einen dürfen wir nicht vergessen, dass wir die Ersten waren, die den Stabilitäts- und Wachstumspakt in 2002/2003 gebrochen haben. Allerdings haben wir damals keine Strafen für den Regelbruch und auch keinerlei Sanktionen akzeptiert, mit dem Hinweis auf die harten Reformen und die Agenda 2010, die wir umgesetzt hatten. Das häufig gebrauchte Argument: In einer Wirtschaftskrise muss es erlaubt sein, kurzfristig fiskalisch über die Stränge zu schlagen. Und das Zweite betrifft unseren eigenen Föderalismus. Selbst innerhalb Deutschlands sehen wir bei den Gebietskörperschaften, dass unsere eigenen gemeinsamen Regeln nicht so funktionieren wie geplant. Aber niemand hinterfragt deshalb das Prinzip des föderalen Systems oder die Sinnhaftigkeit, eine gemeinsame Währung in Deutschland zu haben. Ein wenig trifft dies auch auf Europa zu. Wir müssen Vertrauen haben, dass alle das gleiche Ziel haben, nämlich Stabilität, Wachstum, Konvergenz, dass man zusammenwächst und daraus den vollen Nutzen ziehen kann.

Seite zwei: “Installierung eines europäischen Finanzministers”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

EU-Kommission: Keine Fusion von Banken- und Versicherungsaufsicht

Die EU-Kommission will die Aufsicht über die Finanzmärkte enger verzahnen, lehnt aber die von Deutschland vorgeschlagene Verschmelzung der europäischen Versicherungs- mit der Bankenaufsicht ab.

mehr ...

Immobilien

Immobilienwirtschaft hofft auf Aus für Mietpreisbremse

Nach der kritischen Bewertung des Berliner Landgerichts zur Mietpreisbremse machen sich die Verbände der Immobilienwirtschaft Hoffnungen, dass die Regelung wieder abgeschafft wird. Die SPD hält dagegen an der Preisbremse fest.

mehr ...

Investmentfonds

OECD: Konjunktur im Eurogebiet läuft besser als erwartet

Die Wirtschaft im Eurogebiet mit 19 Ländern läuft nach Einschätzung der OECD besser als erwartet. Das Wachstum dürfte im laufenden Jahr 2,1 Prozent erreichen, das seien 0,3 Punkte mehr als noch im Juni angenommen.

mehr ...

Berater

BaFin stoppt Anlagevermittler aus Schweden

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der A und O Ltd. mit Sitz in Stockholm/Kista, Schweden, aufgegeben, die ohne Erlaubnis erbrachte Anlagevermittlung unverzüglich einzustellen.

mehr ...
20.09.2017

N26: Kua wird CTO

Sachwertanlagen

“Neue Geschäfte im Bereich maritimer Assets”

Die Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) aus Hamburg setzt ihren Kurs der strategischen Neuausrichtung und Strukturierung fort und meldet positive Ergebnisse für das erste Halbjahr 2017. Die Schifffahrt spielt weiterhin eine wesentliche Rolle.

mehr ...

Recht

Erbschaftsteuer: Geerbter Pflichtteilsanspruch muss versteuert werden

Ein vom Erblasser nicht geltend gemachter Pflichtteilsanspruch ist Teil des Nachlasses und muss daher vom Erben versteuert werden. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Pflichtteilsanspruchs durch den Erben geltend gemacht wurde. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

mehr ...