Nein der Griechen sorgt für abrutschende Kurse

Das klare „Nein“ der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger lässt die europäischen Börsen am Montag merklich ins Minus rutschen: Am Terminmarkt stand der Future auf EuroStoxx-50-Index  2,44 Prozent tiefer als zum Handelsschluss am Freitag.

Damit erholt sich der Future aber von seinen Tiefständen aus dem frühen Handel. Er hatte bis zu 3,69 Prozent unter dem Börsenschluss gestanden. Am Morgen ist der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis überraschend zurückgetreten. Kurze Zeit nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Volksabstimmung sei er aus Kreisen der Eurogruppe darauf hingewiesen worden, dass es eine „gewisse Präferenz“ gebe, dass er bei den Beratungen der Eurogruppe nicht mehr zugegen sei, schrieb Varoufakis am Montag in seinem Blog.

Verhalten der Gläubigerstaaten entscheidend

Experte Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sagte: „Das vereinfacht die Verhandlungen – die Frage bleibt aber, ob es überhaupt welche geben wird und wie diese konkret aussehen werden.“ Entscheidend wird das Vorgehen der Gläubigerstaaten sein. Viele Marktteilnehmer hoffen dabei auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone – dem sogenannten Grexit. Die US-Bank JPMorgan sieht dieses nun als Basisszenario für ihre Analysen an. Die Experten der französischen Bank Societe Generale rechnen mit weiteren Gesprächen in dieser Woche. Die Grexit-Wahrscheinlichkeit liege nun bei 65 Prozent.

Grexit noch in dieser Woche?

Wie das Magazin „Stern“ aus Kreisen der Europäischen Zentralbank EZB und der Euro-Finanzminister berichtete, könnte die Eurogruppe schon in dieser Woche beschließen, Verhandlungen über einen Vertrag über den Austritt Griechenlands aus dem Euro aufzunehmen. Griechenland müsse aber zustimmen. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner fürchtet aber eine weitere uneindeutige Entscheidung: „Da kommt noch eine ‚faule Nummer‘ auf uns zu.“

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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