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9. Dezember 2016, 11:23
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Bundesbank rechnet mit kräftigerem Konjunkturaufschwung

Brexit-Votum, Regierungskrise in Italien und Machtwechsel in den USA zum Trotz: Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft auf Kurs. Getragen wird das Wachstum vorerst vom Privatkonsum.

Bundesbank rechnet mit kräftigerem Konjunkturaufschwung

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft weiter im Aufwind.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesbank trotz gestiegener politischer Unsicherheiten rund um den Globus stärker wachsen als zunächst erwartet. “Hauptstütze ist die lebhafte Binnennachfrage, die von der günstigen Arbeitsmarktlage und von steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert”, erläuterte Bundesbankpräsident Jens Weidmann am Freitag die neue Konjunkturprognose der Notenbank.

Für das laufende und das kommende Jahr setzte die Bundesbank ihre Wachstumserwartungen im Vergleich zur letzten Prognose aus dem Juni herauf. Die Experten rechnen nun mit einem jährlichen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von jeweils 1,8 Prozent. (Juni-Prognose: 1,7 für 2016, 1,4 für 2017).

Schwächeres Wirtschaftswachstum in 2018 und 2019

In den beiden folgenden Jahren werde die deutsche Konjunktur ihr Tempo allerdings etwas drosseln, weil der Privatkonsum an Schwung verliere. Steigende Energiepreise würden die Kaufkraft der Verbraucher schmälern. Zudem stünden demografisch bedingt weniger Menschen zusätzlich für eine Erwerbstätigkeit bereit, was den Konsumzuwachs dämpfe.

Der Export, der derzeit unter der Schwäche des Welthandels leidet, wird nach Einschätzung der Bundesbank zwar wieder an Kraft gewinnen. “Aber dies wird voraussichtlich keinen vollständigen Ausgleich für die weniger schwungvolle Binnenkonjunktur bieten.” Die Experten erwarten daher für 2018 und 2019 ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent.

Steigende Verbraucherpreise erwartet

Die Verbraucherpreise in Deutschland dürften allmählich steigen. Für das laufende Jahr gehen die Notenbank-Ökonomen – gemessen am europäischen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – von einer Teuerungsrate von 0,3 (Juni-Prognose: 0,2) Prozent aus. Für 2017 wird eine Inflationsrate von 1,4 (1,5) Prozent veranschlagt. Sie könnte allerdings höher ausfallen, da sich Rohöl zuletzt deutlich verteuert habe, erklärt die Bundesbank.

Wegen des erwarteten stärkeren Anstiegs der Arbeitskosten könnte die die Teuerung 2018 den Experten zufolge auf 1,7 Prozent und ein Jahr später auf 1,9 Prozent zulegen. Die Inflation würde sich damit der Marke von knapp unter zwei Prozent nähern, bei der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht.

Schuldenquote dürfte kontinuierlich sinken

Angesichts der robusten Konjunktur und niedriger Zinsen kann der deutsche Staat nach Einschätzung der Bundesbank auch in nächster Zeit Überschüsse erwirtschaften. Im ersten Halbjahr 2016 lag das Plus bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung bei 1,2 Prozent. Deutschland ist damit weit entfernt von der Schuldenobergrenze des Euro-Stabilitätspaktes, die ein Defizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt.

Zudem ist eine Gesamtverschuldung von maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Deutschlands Schuldenquote dürfte kontinuierlich sinken und könnte im Jahr 2019 die Marke von 60 Prozent erreichen, sagte die Bundesbank voraus. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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