18. Januar 2018, 18:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Emirates hält Airbus A380 am Leben

Das drohende Aus für den Airbus A380 scheint abgewendet. Die arabische Fluggesellschaft Emirates will bei dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern bis zu 36 weitere Exemplare des weltgrößten Passagierjets ordern.

 in Emirates hält Airbus A380 am Leben

Der Deal hat laut Preisliste einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar.

Der scheidende Airbus-Verkaufschef John Leahy und Emirates-Chef Scheich Ahmed Bin Said al-Maktum unterzeichneten am Donnerstag den lange erhofften Milliardendeal. Leahy gab sich überzeugt, dass Aufträge anderer Airlines die A380-Produktion “bis weit in die 2030er Jahre” am Leben erhalten.

Die Vorvereinbarung mit Emirates sieht einen Festauftrag über 20 Maschinen und Optionen auf weitere 16 Exemplare des Riesenfliegers vor. Ohne den Auftrag hätte Airbus die Produktion des doppelstöckigen Riesenfliegers über kurz oder lang einstellen müssen, wie Leahy erst vor wenigen Tagen klargestellt hatte. “Mit der Bestellung wird die Stabilität des A380-Programms sichergestellt”, sagte der Emirates-Chef nun.

Der neue Deal über 36 Jets kommt laut Preisliste auf einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar (13,1 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen – vor allem bei wenig gefragten Modellen – hohe Preisnachlässe üblich. Emirates hatte Airbus zudem lange zappeln lassen. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai im November ließen die Araber die Bekanntgabe des bereits vorbereiteten A380-Auftrags kurzfristig platzen und kauften stattdessen 40 Jets bei Airbus’ Erzrivalen Boeing.

Seit 2007 im Liniendienst

Die A380 ist seit 2007 im Liniendienst und mit Platz für bis zu 853 Passagiere der größte Passagierjet der Welt. Doch die meisten Fluggesellschaften setzen lieber auf mittelgroße Langstreckenjets wie den Airbus A350 und Boeings 787 “Dreamliner”. Diese lassen sich auch auf weniger gefragten Strecken rentabel einsetzen. Da sie mit zwei statt vier Triebwerken auskommen, sind sie auch günstiger zu warten.

Die Folge für Airbus: Von insgesamt 317 georderten A380 hatte der Hersteller zum Jahreswechsel nur noch 95 Exemplare zu bauen. Und Boeing hat bei seinem größten Typ, dem Jumbo-Jet 747-8, noch größere Probleme. Der vor einigen Jahren als Reaktion auf die A380 modernisierte Jumbo verkauft sich praktisch nur als Frachtflugzeug.

Für die A380 war Emirates aus Dubai bereits zuvor der mit Abstand größte Kunde. Von den 142 Maschinen des Typs, die die Airline bisher geordert hat, sind mehr als 100 bereits im Einsatz. Mit dem neuen Auftrag wächst die Zahl auf bis zu 178 Maschinen. Dann hätte Emirates die Hälfte aller A380 weltweit bestellt.

Produktion wird trotzdem heruntergefahren

Airbus fährt die Produktion trotz der jüngsten Bestellung weiter herunter. Nach zwischenzeitlich bis zu 30 Jets pro Jahr sollen ab 2018 noch zwölf  A380 die Werkshallen verlassen. Ab 2019 sollen es acht Stück sein. Weniger als sechs Maschinen jährlich zu bauen hält die Konzernführung für nicht rentabel. Und Leahy sieht Emirates als die einzige Airline, die derzeit über acht bis zehn Jahre hinweg mindestens sechs Flugzeuge jährlich abnehmen kann.

Für den Verkaufschef ist der Deal ein letzter großer Triumph. Der 67-Jährige übergibt seinen Job am 25. Januar an den bisherigen Rolls-Royce-Manager Eric Schulz. In Leahys 24 Jahren als Airbus-Verkaufschef hat der Flugzeugbauer mehr als 16 000 Flugzeuge im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar verkauft. Leahy hatte immer wieder argumentiert, dass der weltweit wachsende Flugverkehr nur mit größeren Flugzeugen bewältigt werden könne. (dpa/AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Experten zerpflücken Inhalte und Wirkung der Grundrente

„Die Einführung der Grundrente löst nicht das Problem der Altersarmut“. Das ist das klare Fazit des Direktors des Walter Eucken Instituts, Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, in einem Gutachten zum Reformbedarf im System der Alterssicherung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

ETFs kaufen 298 Tonnen Gold

ETFs und ähnliche börsengehandelte Produkte tätigten zwischen Januar und März weltweit Goldkäufe in Rekordhöhe von 15,4 Milliarden US-Dollar. Insgesamt erwarben diese 298 Tonnen des Edelmetalls. Dies geht aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervor. Die Erhebung zeigt ferner, dass sowohl institutionelle als auch private Anleger verstärkt auf Gold setzen.

mehr ...

Berater

Wie Berater mit “Tamps” Zeit und Geld sparen können

Im anglo-amerikanischen Raum arbeiten Finanzberater hocheffizient und erfolgreich mit so genannten “Tamps”. Deren Einsatz ist dort ganz normal, hierzulande fast völlig unbekannt. Was steckt dahinter? Gastbeitrag von Davor Horvat, Honorarfinanz

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Entscheidung über Bafin-Aufsicht vertagt

Die Entscheidung über den Gesetzentwurf zur Übertragung der Aufsicht über die unabhängigen Finanzanlagenvermittler auf die Bafin ist vom Finanzausschuss des Deutschen Bundestages erneut vertagt worden. Dies teilt der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung mit.

mehr ...