30. Juli 2019, 07:29
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Angst der Unternehmen vor No-Deal-Brexit wächst

Schon Ende Oktober will der britische Premier Boris Johnson sein Land aus der EU führen – «komme, was wolle». Wegen des Brexit-Wirrwarrs fürchten Firmen Einbußen – und manche Politiker gar eine Katastrophe.

Brexit in Angst der Unternehmen vor No-Deal-Brexit wächst

Deutsche und britische Unternehmen fürchten sich zunehmend vor den schweren Folgen eines drohenden Brexits ohne Abkommen. Nach Angaben des britischen Industrieverbandes CBI sind weder Großbritannien noch die EU ausreichend auf einen ungeregelten Austritt vorbereitet.

Deadline: 31. Oktober 2019

Weitere Firmen drohten mit einem Rückzug aus dem Vereinigten Königreich. Europas größter Billig-Flieger Ryanair macht auch das Brexit-Wirrwarr für Einbußen verantwortlich.

Der neue Premierminister Boris Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU führen – notfalls auch ohne Deal. Er will das zwischen seiner Vorgängerin Theresa May und Brüssel vereinbarte Abkommen nachverhandeln.

Das lehnt die Europäische Union aber strikt ab. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon warnte am Montag Johnson davor, das ganze Land in eine «Katastrophe» zu treiben.

Johnson bereitet den No-Deal vor

Johnson installierte eine sechsköpfige Gruppe von Konservativen, die sich auch um Vorkehrungen für den No-Deal-Fall kümmern soll. Dazu gehören – neben Johnson – unter anderem Finanzminister Sajid Javid, Außenminister Dominic Raab und Brexit-Minister Stephen Barclay. Britische Medien bezeichneten die Gruppe als «Kriegskabinett».

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält angesichts der Brexit-Unsicherheit einen Einbruch der deutschen Exporte nach Großbritannien für möglich. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Ein No-Deal-Szenario wäre die schlechteste Option für die deutsche Wirtschaft. Belastend wären vor allem hohe Zölle. Großbritannien hat als Handelspartner für die deutschen Unternehmen bereits deutlich an Bedeutung verloren.»

Erwartung: Sinkendes Handelsvolumen

Der DIHK erwartet, dass das deutsch-britische Handelsvolumen weiter sinkt. «Wir halten im Gesamtjahr einen Rückgang der deutschen Exporte nach Großbritannien von sogar bis zu zehn Prozent für möglich», sagte Schweitzer. Von Januar bis Mai hatten deutsche Firmen Waren im Wert von rund 35 Milliarden Euro nach Großbritannien geliefert. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Importe aus Großbritannien sanken noch deutlich stärker.

«Die Unsicherheit der Unternehmen ist größer geworden», berichtete Ulrich Hoppe von der deutsch-britischen Industrie- und Handelskammer (IHK) in London. «Es kommen jetzt vermehrt Anfragen von deutschen Unternehmen», sagte der Hauptgeschäftsführer der dpa.

 

Seite 2: Welche Unternehmen bereits jetzt einen Gewinneinbruch verzeichnen

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