„Ausgang des G20-Gipfels größter Risikofaktor“

Alle Augen sind derzeit auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Wirtschaftsnationen im japanischen Osaka gerichtet. Allerdings bleibt als Unsicherheitsfaktor Trumps unberechenbares Verhalten. Ein Kommentar von Mark Dowding, Partner und Chief Investment Officer von BlueBay.

Wir glauben, dass Donald Trump ein Ergebnis vermeiden wird, das die wirtschaftlichen Abwärtsrisiken verstärkt. Daher könnte es in seinem Interesse liegen, in den nächsten Monaten an einem Deal zu arbeiten. Allerdings steht die US-Administration nicht gerade unter Zugzwang, nachdem die US-Notenbank Fed sich scheinbar seinem Druck beugt, die US-Wirtschaft weiterhin recht gut abschneidet und der S&P-Index nahe seiner Höchststände notiert.

Umgekehrt gehen wir davon aus, dass die Regierung in Peking den Eindruck vermeiden möchte, sie würde nachgeben. Ein wahrscheinlicher Ausgang könnte daher kein Durchbruch, sondern eine anhaltende Patt-Situation sein, in der man sich auf das Aussetzen von weiteren Zöllen einigt und die Gespräche fortsetzt.

Nebenbei bemerkt:

In Europa erscheint uns eine weitere Lockerung der Geldpolitik wahrscheinlich, bevor die Amtszeit von EZB-Chef „Super-Mario“ endet. Allerdings sind wir der Auffassung, dass eine Wiederaufnahme der Anleihekaufprogramme eine größere Wirkung entfalten dürften als eine weitere Zinssenkung. Im Kampf um die Nachfolge von Mario Draghi sehen wir bessere Chancen für einen Kandidaten aus Finnland oder Frankreich als für Bundesbankchef Jens Weidmann, der als geldpolitischer Falke gilt.​

 

Foto: Shutterstock

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