13. Juli 2019, 09:00
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Die brasilianische Rallye ist noch lange nicht vorbei

Die Realzinsen (NTN-B inflationsgebundene Anleihen) haben sich erholt und auch ein faires Preisniveau erreicht, nachdem sie sich unter ihren mexikanischen Kollegen (Udibonos) stabilisiert haben.

Darüber hinaus dürften die Langfristzinsen (sowohl nominal als auch real) angesichts des lokalen Rebalancing zwischen Anleihen und Aktien kaum fallen, da Mittelbewegungen bei sinkenden kurzfristigen Zinsen eher Aktien begünstigen.

Vorsicht vor politischen Fallen

Die Marktstimmung ist zwar positiv, allerdings könnte jeder Verlust von politischem Kapital der Rallye ein abruptes Ende bereiten. Die Kommunikation der Regierung mag sich verbessert haben, ist aber immer noch mit ideologischer Rhetorik durchsetzt, die die Bevölkerung weiterhin polarisiert.

Eines der schwächsten Glieder der Regierung ist der legendäre Justizminister Sérgio Moro, der im Mittelpunkt eines Skandals um seine Rolle in der so genannten “Operation Car Wash” steht, die 2016 zur Amtsenthebung von Dilma Rousseff und im vergangenen Jahr zur Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Lula führte.

Moro ist zwar nicht direkt an der wirtschafltichen Reformagenda beteiligt, wird aber von den Partisanen von Präsident Bolsonaro verehrt, sodass ein Rücktritt, auch wenn unwahrscheinlich, verheerende politische Folgen haben könnte. Bisher war die Strategie der Regierung, die Anschuldigungen als Fake News abzutun. Jedoch ist unklar, was Plan B wäre, falls sich die Anschuldigungen als fundiert erweisen sollten.

Bleiben die Wähler auf der Strecke?

Schließlich bleiben Streitigkeiten zwischen Regierungsfraktionen ein wesentliches Risiko, da Präsident Bolsonaro dazu neigt, ausgewählte Teile seiner Wählerschaft, die im Nationalkongress durch die konservativen Interessengruppen von Bauern, Evangelikalen und Pro-Gun-Gesetzgebern vertreten sind, systematisch zu schützen.

Daher besteht die Gefahr, dass der Rest seiner Wählerschaft das Gefühl bekommt, auf der Strecke zu bleiben, was zu Unruhen führen könnte, da die Regierung keine formelle Mehrheit im Kongress hat. Dies würde der Agenda der Wirtschaftsreformen schweren Schaden zufügen und internationale Investoren abschrecken.

Foto: Shutterstock

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