30. Juli 2019, 11:30
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Draghis letztes Hurra

Zuletzt haben die USA im Jahr 2011 am Devisenmarkt interveniert. Insgesamt wurde seit 1995 drei Mal eingegriffen – jedes Mal jedoch in Absprache mit anderen Notenbanken, um Schwankungen an den Devisenmärkten zu reduzieren.

Unter dem Strich erscheint die Wahrscheinlichkeit einer unilateralen amerikanischen Devisenmarktintervention gering zu sein. Schließlich könnte Trump sonst niemanden mehr glaubhaft der Währungsmanipulation bezichtigen.

Vermutlich bleibt der US-Präsident daher bei seinem „Lieblingsinstrument“ – den Zöllen. Apropos: Ab heute werden die Handelsgespräche zwischen China und den USA fortgesetzt. Allzu viele Hoffnungen auf eine schnelle Einigung sollte man nicht hegen.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone sowie den USA hat die Volatilität an den Finanzmärkten über nahezu alle Assetklassen hinweg weiter fallen lassen. Im Vergleich zum Jahresstart hat sich etwa die Volatilität an den Aktienmärkten nahezu halbiert.

Auch die Schwankungsintensität von EUR-USD notiert in der Nähe des niedrigsten Werts seit mehr als zehn Jahren. Während die Aktienmarktvolatilität durch die Notenbanken nach oben gedeckelt sein sollte, besteht zumindest an den Devisenmärkten kurzfristig die Gefahr, dass die Schwankungen aufgrund der Spekulationen um eine US-Intervention zunehmen.

Mittelfristig dürfte EUR-USD jedoch wieder wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch das Wachstumsdifferential zwischen den USA und der Eurozone getrieben werden.

Glaubt man den neuen, in der letzten Woche veröffentlichten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF), dann dürfte sich die Lücke beim Wachstum zwischen den beiden Währungsräumen reduzieren.

BIP Wachstum von 2,6 % prognostiziert

Für 2019 prognostiziert der IWF in den USA nun ein BIP-Wachstum von 2,6%, für die Eurozone hingegen nur eines von 1,3%. Im Jahr 2020 liegen die Eurozone (1,6%) und die USA (1,9%) nach Meinung des IWF dann deutlich näher beieinander.

Letztlich ergibt sich hieraus wohl aber nach wie vor eher kein starkes Momentum zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung. Gegenüber den Schwellenländerwährungen hat der Dollar zuletzt eher nachgegeben.

Diese Dollarschwäche gepaart mit den Zinssenkungsaussichten in den USA hat es vielen Zentralbanken in den Emerging Markets (EM) in den letzten Tagen und Wochen erlaubt, ebenfalls die Zinsen zu senken, sodass wir derzeit von einem globalen Lockerungstrend sprechen können.

Weltweite Zinssenkung in Gang

Von der Türkei über Südkorea bis nach Südafrika und Russland wurden jüngst die Zinsen gesenkt. Brasilien könnte diese Woche folgen. Sollten diese Stimuli das Wachstum in den betreffenden Ländern erhöhen, könnte sich gar eine positive Rückkopplung ergeben.

Denn mehr Wachstum könnte mehr Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer bedeuten. Dies hätte wiederum stärkere EM-Währungen zur Folge, die den Weg für die Zentralbanken frei machen, die Zinsen noch weiter zu senken.

Nicht zuletzt deshalb bleiben wir gerade in Bezug lokale Schwellenländeranleihen positiv gestimmt.

Foto: Blackrock

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