25. Juni 2019, 08:00
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G20: Chancen für die afrikanische Wirtschaft in Zeiten politischer Unsicherheiten

Der 1999 ins Leben gerufene G20 Gipfel hat sich zur Aufgabe gesetzt, die globale Weltwirtschaft zu stärken und Kooperationen für ein möglichst lang anhaltendes Wirtschaftswachstum zwischen den 20 stärksten Industrie- und Schwellennationen zu etablieren. Zudem kommen die Industrie – und Schwellenländer zusammen, um gemeinsam Lösungsansätze für globale Herausforderungen wie Migration, Terrorismusbekämpfung oder Finanzkrisen zu entwickeln. Ein Gastbeitrag von Christian Wessels, Gründer und Geschäftsführer des Africa Venture Builders Sunray Ventures in Lagos, Gündungsdirektor der European Business Organisation (EBO) in Nigeria und Young Global Leader (YGL) des Weltwirtschaftsforums.

Ohne-Titel-9 in G20: Chancen für die afrikanische Wirtschaft in Zeiten politischer Unsicherheiten

Christian Wessels, Gründer und Geschäftsführer des Africa Venture Builders Sunray Ventures in Lagos, Gündungsdirektor der European Business Organisation (EBO) in Nigeria und Young Global Leader (YGL) des Weltwirtschaftsforums.

Wie bereits im vorangegangenen Gipfeltreffen in Buenos Aires im Oktober 2018 werden bei dem bevorstehenden 14. Gipfeltreffen im Juni hauptsächlich zwei Akteure im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen: US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping. Der schon seit Monaten andauernde Handelsstreit zwischen China und den USA könnte in Osaka beigelegt oder wenigstens reduziert werden.

Handelskonflikt macht die Folgen zunehmend sichtbar

Doch die Fronten scheinen verhärtet: Während der amerikanische Präsident auf Protektionisums setzt und einschneidende Importzölle auf chinesische Waren abermals erhöht, sinkt das Exportvolumen der Amerikaner um 32 Prozent in Richtung Fernost. Die Chinesische Volkswirtschaft hatte im ersten Quartal des Jahres einen Einbruch im Exportgeschäft von 14% verkraften müssen.

Je länger das Kräftemessen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten andauert, um so mehr eskaliert der Handelskonflikt und die Folgen werden zunehmend sichtbar. Während Donald Trump vorwiegend auf die lokale Wirtschaft setzt, schaut sich Chinas Regierung nach neuen Handelspartnern um. Hierbei interessiert sich das Reich der Mitte unter anderem für rohstoffreiche Regionen wie Südamerika oder Afrika.

Der chinesische Weg in Afrika

Im Oktober letzten Jahres kündigte China eine 60 milliardenschwere Dollar Investion zum Bau einer „neuen Seidenestraße“ an, die auch für Afrika interessant werden könnte. Um seinen Einfluss in diese Region zu stärken, ging China äußerst strategisch vor und investierte vorwiegend in Infrastruktur, Häfen und Straßen.

Damit nähert sich die Volksrepublik China dem Afrikanischen Kontinent auf Augenhöhe und unterstütztt das Wachstum vieler afrikanischer Länder. Das Handelsvolumen zwischen China und Afrika betrug 2018 bereits 145 Mrd. USD, damit setzte sich die Volksrepublik an die Spitze vor die EU und Amerika.

Auch Europa schaut auf Afrika

China möchte sich durch sein Engagement neue Märkte erschließen und den eigenen Energiebedarf decken. Denkbar wären auch Freihandelsabkommen mit Afrika. Erst Ende Mai 2019 haben sich 24 afrikanische Staaten in Adis Abeda über eine Afrikanische kontinentale Freihandelszone (AFCTA) geeinigt, womit der Weg zum ersten panafrikanischen Freihandelsabkommen geebnet wurde.

Damit können alle Mitgliedsstaaten von niedrigeren Binnenzöllen und einem größeren Absatzmarkt profitieren. Insgesamt umfasst das neue Freihandelsabkommen ein Gebiet mit 1,2 Mrd. Menschen. Auch die europäische Sicht auf Afrika hat sich seit dem Handesstreit stark geändert.

Laut EU-Kommissionschef Jean Claude Junker, sollte die EU mit Afrika nicht nur im Punkt Migration zusammenarbeiten, sondern auch im Rahmen eines Freihandelsabkommen Afrika auf Augenhöhe begegnen.

Es ist an Afrika, sich zu profilieren

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch der Unterschied im Pro-Kopf-Einkommen. Selbst in den wirtschaftlich starken Ländern Afrikas beträgt dieses lediglich ein Zehntel des europäischen Durschschnitts. Zudem gibt es zwischen der EU und Afrika bisher nur mit einigen wenigen Länderen eine wirtschaftliches Partnerschaftsabkommen (WPA).

Afrika muss sich nun als zuverlässiger Investionsstandort und Handelsort profilieren. Die afrikanischen Regierungen müssen noch viel Arbeit im Bereich Bildung, und Infrastruktur leisten. Insgesamt stellt die Handelskrieg zwischen den USA und China und die daraus resultierenden Unsicherheiten in der internationalen Wirtschaft eine einmalige Chance für den zukünftigen globalen Handel Afrikas dar.

 

Foto: Christian Wessels

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