12. September 2019, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gegen den Bauch: Künstliche Intelligenz verhilft zu Klarheit

Wenn es um wichtige Entscheidungen geht, wird oft das Bauchgefühl bemüht. Doch hilft es bei der Beurteilung von komplexen Sachverhalten? Wie Künstliche Intelligenz (KI) helfen kann.

Shutterstock 638342005 in Gegen den Bauch: Künstliche Intelligenz verhilft zu Klarheit

Bei einfach gestrickten Problemstellungen erweist sich das Bauchgefühl generell als hilfreich. Denn auf Basis seiner bereits gemachten Erfahrungen trifft der Mensch die bestmögliche Entscheidung für die aktuelle Situation. Erfahrungswerte sind für eine positive Bauchentscheidung also ausschlaggebend. Aber was, wenn es so viele Variablen gibt, dass sie sich kaum überblicken lassen?

Intuition beeinflusst Objektivität

Arbeitet der intuitive Bauch auch verlässlich, wenn es um hochkomplexe Entscheidungen etwa am Finanzmarkt geht? Oder lässt sich das Bauchgefühl täuschen, wenn beispielsweise im Vorfeld Quellen zur Entscheidungsfindung vor dem eigenen kulturellen Background interpretiert werden? Handelt es sich bei objektiven Betrachtungen, die von einem Subjekt wie dem Menschen ausgehen, nicht immer ein Stück weit um bloße Illusion?

„Intuitive Einschätzungen geraten recht schnell an ihre Grenzen. Stichwort: Stille Post. Jeder nimmt generell nur das wahr, was er oder sie für wichtig hält. Dabei geraten viele vermeintlich unwichtige Informationen in den Hintergrund.

Deshalb sollten sich Entscheider nicht nur auf ihr Bauchgefühl verlassen. Die Zukunft ist eine digitale neutrale Entscheidungsunterstützung mithilfe von künstlicher Intelligenz“, erläutert Dr. Heiner Pollert, CEO der Patentpool Group und der Prisma Analytics GmbH.

Grenzen der Intuition

Bauchgefühle speisen sich aus Erfahrungen sowie sozialen Instinkten und führen deswegen oft zu guten Ergebnissen, auch weil sie unwichtige Informationen schlicht ignorieren. Aber: Das scheinbare Wissen einer Bauchentscheidung hängt ausschließlich damit zusammen, was ein Individuum bereits kennt oder selbst erlebt hat.

Automatisch gewichtet das Gehirn die Parameter einer Entscheidung gemäß den bereits vorhandenen Mustern. Letztlich beruht das klassische Bauchgefühl also nur auf vergangenen Erfahrungen in vergleichbaren Situationen. „Nach dem Motto: Was man nicht kennt, wird ignoriert.

Außerdem führt das Eigeninteresse eines jeden dazu, Entscheidungen so zu treffen, dass sie unsere früheren Erfahrungen nicht infrage stellen. Damit lassen sich aber keine belastbaren Entscheidungen mit großer Tragweite treffen“, warnt Pollert.

Subjektivität als Störfaktor

Zwangsläufig müssen Führungskräfte und Manager an gewissen Punkten richtungsweisende Entscheidungen treffen. Doch wie lassen sich die Grundlagen hierfür neutral betrachten? „Der Faktor Mensch ist der Tod klarer Faktenorientierung. Denn er steht faktisch der Entscheidungsfähigkeit im Weg“, bekräftigt Pollert.

 

Seite 2: Neue Blickwinkel, neue Perspektiven

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...