15. Oktober 2019, 11:49
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Handelsverhandlungen zwischen den USA und China führen zu steigenden Sojapreisen

Die Sojapreise sind gegenüber dem Vormonat (9. September – 9. Oktober 2019) um 9,3 Prozent gestiegen. Einer der Hauptgründe für die Preiserholung war der Optimismus in Bezug auf die Wiederaufnahme der Handelsverhandlungen zwischen den USA und China ab dem 8. Oktober 2019. Ein Kommentar von Aneeka Gupta, Associate Director, Research bei WisdomTree.

 in Handelsverhandlungen zwischen den USA und China führen zu steigenden Sojapreisen

China scheint seine Sojabohnenkäufe auszuweiten. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wurden am 7. Oktober für das laufende Wirtschaftsjahr weitere 198.000 Tonnen gekauft, was einen positiven Akzent vor den Handelsgesprächen setzte.
China ist stark von Sojaimporten abhängig – fast 84 Prozent seines Sojakonsums wurden 2018 importiert (Quelle: Welthandelsorganisation).

Wer Soja importiert

USA und Brasilien sind weltweit die größten Exporteure von Sojabohnen. Infolge des Handelskriegs zwischen den USA und China im vergangenen Jahr stieg der Anteil Brasiliens an den chinesischen Sojaimporten von 53 Prozent im Jahr 2017 auf 75 Prozent im Jahr 2018, während der Anteil der USA von 34 auf 19 Prozent zurückging. Daher konnten höhere Exporte aus Brasilien den Großteil des Exportrückgangs aus den USA nach China ausgleichen.

In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres gingen Chinas Sojaimporte aus Brasilien gegenüber dem Vorjahr (y/y) ausgehend von einer sehr hohen Basis um fünf Prozent zurück, die Importe aus den USA sanken um 49 Prozent (y/y), während die Importe aus der übrigen Welt um 140 Prozent stiegen (von einer sehr niedrigen Basis ausgehend). Insgesamt sanken die chinesischen Sojaimporte seit Anfang 2019 um rund neun Prozent.

Geringere Nachfrage in China aufgrund der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest

Trotz des Rückgangs der Sojaimporte, die das Gesamtangebot an Sojabohnen und Rohprodukten in China verringerten, sind die Sojapreise nach wie vor niedrig. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Chinas Bedarf an Rohstoffen im vergangenen Jahr wegen der Afrikanischen Schweinpest zurückgegangen ist.

Diese hat ihren Schweinebestand deutlich reduziert, nach offiziellen Angaben in den 12 Monaten bis August 2019 um mehr als 30 Prozent. Da die Ausrottung der Schweinepest ein langwieriger Prozess ist, dürfte es einige Zeit dauern, bis sich der Schweinebestand materiell erholt hat.
US-Sojaproduktionsschätzungen gesenkt

Im letzten Monatsbericht vom Oktober hat die USDA ihre Prognose für Sojabohnenerträge und -produktion in den USA stärker gesenkt als es die Analysten prognostizierten. Die inländischen Sojabohnenvorräte verzeichneten die zweitgrößte monatliche Reduzierung in der Geschichte des World Agricultural Supply and Demand (WASDE) Berichts. Die Lagerbestände könnten weiter sinken.

Wetter beeinflusst die Nachfrage zudem

Ein früher Schneesturm hätte das Potenzial, die Erträge in Teilen des amerikanischen Agrargürtels zu dämpfen. Die globale Sojaproduktion wird auf 339,0 Mio. Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von 2,4 Mio. Tonnen auf ein Vier-Jahres-Tief entspricht und hauptsächlich auf die geringere Produktion in den USA zurückzuführen ist.

Die Aussicht auf knapper werdende Sojabestände in den USA tragen dazu bei, die aufgrund der Schweinepest schwächere Nachfrageprognose für China leicht auszugleichen. Die Aufwärtsdynamik der Sojapreise hängt jedoch von fruchtbaren Handelsverhandlungen zwischen den USA und China ab, da sie der Hauptgrund für die jüngste Rallye waren.

 

Foto: WisdomTree

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