Marktturbulenzen nach Argentinienwahl

Der marktfreundliche Amtsinhaber Mauricio Macri hat bei der Präsidentschaftsvorwahl in Argentinien eine erdrutschartige Niederlage eingefahren. Die Wahlliste von Albert Fernandéz und Christina Kirchner lag überall vorne, auch in der bevölkerungsreichsten Provinz Buenos Aires. Ein Kommentar von Raphael Marechal, Leiter Portfolio Management Schwellenländer-Anleihen bei Nikko Asset Management.

Fernandéz hat genug Stimmen erhalten, die ihm einen Sieg in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen im Oktober garantieren würden. Viele Marktteilnehmer hatten ein engeres Rennen zwischen Macri und Fernandéz erwartet.

Fortsetzung der Reformen sind der Schlüssel

Nun ist die wahrscheinlicher gewordene Möglichkeit einer Rückkehr der von Kirchner inspirierten populistischen Politik zu befürchten.

Denn die Fortsetzung der von Macri eingeleiteten Reformen und seine Verpflichtung gegenüber dem IWF-Programm sind der Schlüssel, um künftig weitere Kreditereignisse in Argentinien zu vermeiden.

Nach der negativen Überraschung waren die Marktreaktionen brutal. Es gab auch eine Ansteckung auf andere liquide Schwellenländermärkte mit hohem Betafaktor, etwa auf den mexikanischen Peso, die türkische Lira, den südafrikanischen Rand und den brasilianischen Real.

Ansteckung bereits verblasst

Sie ist darauf zurückzuführen, dass Anleger illiquide argentinische Positionen nicht abwickeln konnten und stattdessen versuchten, ihre Portfolios über liquide Devisenmärkte anderer Schwellenländer abzusichern.

Mittlerweile ist die Ansteckung bereits verblasst. Der Peso, die Lira, der Rand und Real beendeten den Dienstag wieder im positiven Bereich, während die eigenwillige politische Entwicklung in Argentinien den größten Teil argentinische Vermögenswerte weiter nach unten zieht.

Foto: Shutterstock 

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