17. Februar 2015, 08:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge mit geschlossenen Fonds: Anlageziel entscheidend

Der grundsätzliche Anknüpfungspunkt für eine haftungsbegründende Pflichtverletzung ist folgender: Im Rahmen der von dem Anlageberater geschuldeten anlegergerechten Beratung müssen die persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden berücksichtigt und insbesondere das Anlageziel, seine Risikobereitschaft und der Wissensstand des Anlageinteressenten abgeklärt werden.

Die empfohlene Anlage muss anschließend unter Berücksichtigung des Anlageziels auf die persönlichen Verhältnisse des Kunden zugeschnitten sein (ständige Rspr., vgl. zum Beispiel BGH, Urteil v. 24. April 2014, Az. III ZR 389/12; v. 06. Dezember 2012, Az. III ZR 66/12).

Soll das Geschäft einer sicheren Geldanlage dienen, kann laut BGH die Empfehlung einer unternehmerischen Beteiligung wegen des damit regelmäßig verbundenen Verlustrisikos fehlerhaft sein (z.B. BGH, Urteil 08. Juli 2010, Az. III ZR 249/09; v. 19. November 2009, Az. III ZR 169/08; v. 19. Juni 2008, Az. III ZR 159/07).

Keine pauschale Antwort möglich

Aufgrund dieser allgemeinen Grundsätze des BGH schlussfolgerten Anlegerschutzanwälte in der Vergangenheit, dass ein geschlossener (Immobilien-)Fonds per se nicht zur Altersvorsorge geeignet sei, der Berater also einen erheblichen Fehler mache, wenn er solche zu diesem Zweck empfehle und deshalb Schadensersatz leisten müsse.

So holzschnittartig und pauschal lässt sich die Frage nach der anlegergerechten Beratung bei einem geschlossenen Fonds aber gerade nicht beantworten. Dies gilt nach Ansicht des BGH insbesondere dann, wenn bereits eine ausreichende Absicherung des Anlegers für das Alter besteht.

Zunächst ist laut BGH die grundlegende Frage zu beantworten, wie der Anleger zum fraglichen Zeitpunkt für das Alter bereits abgesichert ist. Hier sind zum Beispiel Ansprüche auf gesetzliche Rente, eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge/Arbeitgeberrente, Ablaufleistung aus einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder etwa eine schuldenfreie Immobilie zu berücksichtigen.

Sind solche Absicherungen bereits vorhanden, was häufig der Fall sein dürfte, steht laut BGH nicht mehr die sichere Altersvorsorge im Vordergrund der Anlageziele, sondern allenfalls eine “ergänzende Altersvorsorge“.

Seite drei: “Steuern sparen” nicht ohne Verlustrisiko

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Umsetzung der Grundrente wird abenteuerlich

Bei der Einführung der Grundrente ist nicht nur der anvisierte Termin abenteuerlich, sondern auch die damit verbundenen Verwaltungskosten sprengen den Rahmen des Vorstellbaren. Darauf macht das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) aufmerksam.

mehr ...

Immobilien

Hypoport verkauft eigene Aktien: Künftige Übernahmen im Visier

Der Finanzdienstleister Hypoport hat für künftige Übernahmen eigene Aktien verkauft. Warum und an wen.

mehr ...

Investmentfonds

Neues Bankengesetz: Gläubiger und Eigentümer allein für Bankenrettung verantwortlich

Der Bankensektor in Deutschland soll mit einem neuen Gesetz krisenfester werden. Zugleich sollen Steuerzahler und Kleinanleger besser geschützt werden, wie aus einem am Dienstag vorgelegten Gesetzentwurf des Finanzministeriums hervorgeht.

mehr ...

Berater

Wer erbt bei Verteilung des Vermögens nach einzelnen Gegenständen?

Hat der Erblasser in seinem Testament sein gesamtes Vermögen nach Einzelgegenständen unter den bedachten Personen aufgeteilt, ist in der Regel anzunehmen, dass er eine Erbeinsetzung bezweckt hat. Allerdings folgt daraus nicht, dass alle benannten Personen zu Erben berufen sind. Darauf weist die Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. (DVEV) als Folge eines Urteils des OLG Oldenburg hin.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium: Gutachter bestätigt Rendite-Zwischenstand über Plan

Die Rendite der ersten Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro für das aktuelle Angebot Logistik Opportunitäten Nr. 1 von Solvium Capital liegt deutlich über der Zielmarke. Das bescheinige die aktuelle „nachgelagerte Investitionsbeurteilung“ einer Prüfungsgesellschaft. Die Platzierung der Vermögensanlage schreitet derweil voran.

mehr ...

Recht

Maklerkosten: ZIA fordert deklaratorische Maklerklausel

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Gleichzeizig kritisiert er jedoch ein entscheidendes Detail.

mehr ...