17. Februar 2015, 08:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge mit geschlossenen Fonds: Anlageziel entscheidend

Die Kernaussage des BGH, wonach zu differenzieren ist, ob der Anleger vor allem eine sichere Anlage zur Schließung einer echten Versorgungslücke im Alter oder eine Anlage wünscht, die auch der ergänzenden Altersvorsorge dienen soll, ist das einzig maßgebliche und entscheidende Kriterium.

Sollen bei der ergänzenden Altersvorsorge dann auch beispielsweise Steuervorteile und/oder eine möglichst hohe Rendite erzielt werden, ist das nicht nur unschädlich, sondern konzeptionsbedingt in der Regel nur mittels geschlossener Fonds überhaupt möglich.

Mündiger Anleger sollte Risiko selber bestimmen

Die Feststellung, dass auch geschlossene Fonds zur ergänzenden Altersvorsorge geeignet sein können, leuchtet erst recht ein, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Kapitalanlagen (abgesehen von reinen Zockereien wie Börsentermingeschäfte o.ä.) letztendlich immer der Vermögensbildung oder -mehrung dienen sollen.

Niemand investiert, um von vornherein sein Geld zu verlieren. Und was ist das Ziel jeder Vermögensmehrung? Ersparnis und Vorsorge für spätere Zeiten. Wenn dies nicht das Ziel wäre, könnte der Anleger sein Geld auch sofort ausgeben. Tut er dies nicht, sorgt er zwangsläufig im weitesten Sinne (“ergänzend”) für das Alter vor.

Einen Rechtssatz, der besagt, dass eine ergänzende Altersvorsorge stets “absolut sicher” sein muss, gibt es nicht. Jedem mündigen Anleger ist es unbenommen, die Risiken beziehungsweise den Grad der Risiken, die er bei seiner ergänzenden Altersvorsorge eingehen möchte, selbst zu bestimmen. Dies kann durchaus sehr risikoaffin bis hin zu hochspekulativ sein.

Vor dieser sehr individuellen Entscheidung  muss der Berater den Anleger nur korrekt darüber aufklären, welchen Risiken sich der Anleger bei der ins Auge gefassten Kapitalanlage im schlimmsten Fall aussetzt. Im Übrigen gilt wie immer das oberste Gebot der ausgewogenen Kapitalanlage: Risikostreuung.

Der Autor Dr. Udo Brinkmöller ist Partner der Kanzlei BMS Rechtsanwälte in Düsseldorf.

Foto: BMS Rechtsanwälte

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Passend für Immobilienkäufer: Allianz bietet Risikoleben mit fallender Versicherungssumme

Die Allianz Leben bietet über ihre Tochter Deutsche Lebensversicherungs-AG eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme. Damit zielt der Versicherer insbesonderer auf Immobilienkäufer, die ihre Darlehen absichern möchten.

mehr ...

Immobilien

Maklerkosten: ZIA fordert deklaratorische Maklerklausel

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Gleichzeizig kritisiert er jedoch ein entscheidendes Detail.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Rekord bei ETF in Europa

Lyxor ETF Research veröffentlicht heute seinen Bericht “Money Monitor 2019”, eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

mehr ...

Berater

Neue FinVermV: Die To-do’s im Überblick

Die neue FinVermV kommt. Sie wird ab dem 1. August 2020 gelten. Was Finanzanlagenvermittler bis dahin noch anpassen und im Arbeitsablauf verändern sollten, finden Sie hier kompakt im Überblick. Da die FinVermV-neu kommen, die Aufsicht aber wohl zum Anfang nächsten Jahres auf die BaFin übergehen wird, gibt es einen kurzen Ausblick auf die geplanten Stichtage zur Überleitung der Aufsicht auf die BaFin – auf der Grundlage des aktuell viel diskutierten BMF-Referentenentwurfs vom 17. Dezember 2019.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT baut Geschäft mit Privatanlegern aus

Die BVT Unternehmensgruppe, München, konnte im vergangenen Jahr bei professionellen, semiprofessionellen und Privatanlegern insgesamt 146 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Einen Schwerpunkt bildete die Anlageklasse US-Immobilien, in der 2019 erstmals seit 10 Jahren auch wieder eine Beteiligungsmöglichkeit für Privatanleger angeboten wurde.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...