1. Juni 2018, 12:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BGH: Treuhänder haftet auch bei eigener Mini-Beteiligung

Der Treuhänder eines geschlossenen Fonds haftet auch dann für Fehler des Fondsvertriebs, wenn er nur mit einer winzigen Einlage selbst an dem Fonds beteiligt war.

Vollmacht-bgh-urteil in BGH: Treuhänder haftet auch bei eigener Mini-Beteiligung

Das OLG Frankfurt muss nun neu entscheiden.

Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem heute veröffentlichten Leitsatz-Urteil (II ZR 265/16). In dem Fall ging es um einen Publikumsfonds aus dem Jahr 2003, an dem der Treuhänder – nach Behauptung des Klägers – zunächst nur mit einer eigenen Einlage von 100 Euro beteiligt war.

Der Kläger hatte den Prospekt erst nach der Unterschrift unter den Zeichnungsschein erhalten und sich stattdessen auf Basis einer persönlichen Musterberechnung beteiligt, die er vom Vertrieb bekommen hatte. Für die Aufklärungsmängel des Vertriebs hafte auch der Treuhänder, so der Kläger.

Klageabweisung durch LG und OLG

Land- und Oberlandesgericht hatten die Klage abgewiesen, unter anderem mit der Begründung, eine Einlage von 100 Euro sei zu gering, um einen maßgeblichen Anknüpfungspunkt für das erforderliche Eigeninteresse des Treuhänders für eine “Prospekthaftung im weiteren Sinn” bilden zu können.

Das sieht der BGH anders. Nach seiner ständigen Rechtssprechung haften auch Altgesellschafter einer Fondsgesellschaft, die nicht (so wie die anderen Anleger) nur rein “kapitalistisch” beteiligt sind, für Prospekt- und andere Fehler des Vertriebs. Das gilt auch für Treuhänder und ist – so die aktuelle Entscheidung – unabhängig von der Höhe der Beteiligung.

Der BGH verwies den Fall zurück an das OLG Frankfurt, das nun klären muss, inwieweit die behaupteten Aufklärungsmängel tatsächlich vorlagen. (sl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

bAV-Reform: Garantieverzicht – die einzige Möglichkeit auf realen Zugewinn

Das Niedrigzinsniveau dürfte durch die Coronakrise und die Geldpolitik der EZB für das gesamte Jahrzehnt zementiert sein. Vor dem Hintergrund wird auch für die betriebliche Altersvorsorgung die Möglichkeit eines vollständigen Garantieverzichts diskutiert. Wie eine bAV-Reform aussehen müsste. Von Dr. Friedemann Lucius, Vorstandsvorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS).

mehr ...

Immobilien

Marc Drießen startet mit Bloxxter erste Token-Emission

Das Hamburger Start-Up Bloxxter kündigt den Start seines ersten Projekts „Städtisches Kaufhaus und Reclam-Carrée Leipzig“ an. Die Emission hat ein beachtliches Volumen und erfolgt rein digital, soll aber auch freie Finanzvermittler einbinden. Dahinter steht ein bekanntes Gesicht in der Sachwertbranche.

mehr ...

Investmentfonds

Gezeitenwechsel für Anleger: Das monetäre Endspiel hat begonnen

Die Geldschwemme der Notenbanken sowie die Monetarisierung der Staatsfinanzen führen mittlerweile zu einem deutlichen Anstieg der Geldmengen. Für Anleger beginnt ein Gezeitenwechsel. Warum und was jetzt zu tun ist, weiß Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der Steinbeis & Häcker Vermögensverwaltung GmbH in München.

mehr ...

Berater

Rekrutierung: “Am unternehmerischen Erfolg partizipieren”

Cash.-Interview mit Alexander Lehmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Maklerpool Fondskonzept, über erfolgreiche Methoden und Strategien bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erneuerbare Energien sind wichtiger Baustein beim Sustainable und Impact Investing

Der Trend zu nachhaltigen Kapitalanlagen ist ungebrochen. Immer mehr Produkte kommen auf den Markt, immer mehr Investoren beziehen bei ihren Anlageentscheidungen ESG-Kriterien mit ein. „Hier waren die Erneuerbaren Energien mit Vorreiter, weshalb wir über langjährige Erfahrung mit Sustainable und Impact Investing verfügen“, sagt Markus W. Voigt, CEO der aream Group.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...