Logistik, Logistik, Logistik

Eines der 14 Objekte aus dem Patrizia-Garbe-AEW-Deal.

Logistik-Immobilien sind derzeit offenbar der letzte Schrei unter institutionellen Investoren und Fonds. Jedenfalls häufen sich die Nachrichten darüber. Allein heute sind es drei Unternehmensmeldungen über zwei Transaktionen, davon ein Riesen-Deal.

Der Immobilien- und Investmentmanager Patrizia informiert über den Verkauf eines Logistik-Portfolios für 500 Millionen Euro an einen wiederum von Patrizia für die AEW Invest GmbH neu aufgelegten Fonds. Das Portfolio umfasst rund 285.000 Quadratmeter Mietfläche in 14 Objekten an wichtigen deutschen Logistikstandorten wie Hamburg, München, Frankfurt am Main und Stuttgart. Der Vermietungsstand beträgt 96 Prozent.
 
Dr. Kilian Mahler, Head of Fund Managements Logistics and Cavernes bei Patrizia: „Die Corona-Pandemie hat die bestehenden Trends beschleunigt und den seit längerem positiven Ausblick für den Logistiksektor verstärkt. Dazu beigetragen hat das Wachstum des E-Commerce und die steigende Nachfrage der Verbraucher nach schnelleren Lieferungen. Wir haben den richtigen Zeitpunkt gewählt, um die Fondsstrategie zu finalisieren und Renditen zu realisieren, die weit über unserer ursprünglichen Prognose liegen.“

Fonds mit nur einem Anleger

Auch der Käufer des Portfolios informiert über die Transaktion. Demnach handelt es sich bei den 14 Patrizia-Objekten um das oder ein „Roots-Portfolio“, das AEW für ein deutsches Individualmandat erworben hat. „Das Roots-Portfolio konnte im Auftrag eines deutschen Versicherungskonzerns gesichert werden“, heißt es in der AEW-Mitteilung. Der neu aufgelegte „Fonds“ hat also nur einen Anleger (oder mehrere aus dem gleichen Konzern).
 
Gereon Kohlgrüber, Head of Investment Germany at AEW: „Mit dieser Transaktion konnten wir ein zukunftsfähiges Portfolio mit modernen und qualitativ hochwertigen Logistikimmobilien sichern, welches über zahlreiche etablierte Logistikregionen in Deutschland verteilt ist und eine gute Diversifizierung bietet. Im Rahmen unserer aktiven Asset-Management-Strategie planen wir, den Leerstand vollständig zu reduzieren und gleichzeitig das Mietsteigerungspotential des Portfolios auszuschöpfen.“

Garbe kauft in Duisburg zu

Ebenfalls für ein institutionelles Individualmandat hat die Garbe Industrial Real Estate GmbH, ein Spezialist für Logistik- und Industrieimmobilien in Deutschland und Europa, eine Logistikimmobilie in Duisburg im Zuge eines Asset-Deals erworben, wie das Unternehmen heute mitteilt.

Die akquirierte Immobilie verfügt über eine Hallenfläche von rund 17.000 Quadratmetern. Das Objekt ist vollständig an die Seacon Logistics vermietet. Die durchschnittliche gewichtete Restlaufzeit des Mietvertrages liegt bei rund drei Jahren. Die Verkäuferin ist die ASV Immobilien Duisburg. Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragsparteien Stillschweigen. Der Nutzen-Lasten-Wechsel erfolgte Mitte Dezember.

Vielzahl von Transaktionsmeldungen

Die Transaktionen reihen sich ein in eine Vielzahl solcher Meldungen. So hatte Garbe erst vorgestern darüber informiert, mit dem Verkauf des Portfolios des „IVG Garbe Logistik Fonds“ eine Rendite von 20 Prozent für seine Investoren erwirtschaftet zu haben. Allerdings handelt es sich dabei offenbar um die gleiche Transaktion mit 14 Objekten, die auch Patrizia und AEW heute melden.

Demnach hatte der „von Garbe und der IVG (jetzt Patrizia Frankfurt KVG) im Jahr 2012 initiierte Spezial-AIF ‚IVG-Garbe Logistik Fonds‘ “ ein Eigenkapital von rund 150 Millionen Euro. Das Portfolio wurde nach dieser Mitteilung „unter Führung der Garbe Industrial Real Estate GmbH zwischen den Jahren 2012 und 2016 in elf Einzeltransaktionen und einem Portfoliodeal erworben“. Erfolg hat eben viele Väter.

Garbe hat in diesem Jahr bereits eine Reihe weiterer Transaktionen gemeldet, zuletzt im Juli und August den Erwerb von insgesamt drei Logistik-Immobilien in Wien und im niederländischen Almere für institutionelle Anleger.

Auch Patrizia ist sowohl auf der Käufer- wie auch der Verkäuferseite aktiv. So informierte das Unternehmen Mitte November über den Verkauf eines Logistik-Zentrums bei Berlin sowie zwei solcher Immobilien in Spanien. Einen Monat zuvor hatte es wiederum zwei Objekte in den Niederlanden gekauft. Und erst gestern hat Patrizia mitgeteilt, 220 Millionen Euro für einen pan-europäischen Spezialfonds akquiriert zu haben. Das Geld stammt von nur elf institutionellen Investoren. Der Fonds mit einem Gesamtvolumen von 800 Millionen Euro ist demnach zu rund einem Drittel in Logistik-Immobilien investiert.

Durchweg institutionelle Investoren

Käufer der beiden Patrizia-Objekte in Spanien wiederum war die Real I.S. AG beziehungsweise einer ihrer Spezialfonds. Zuvor hatte Real I.S. unter anderem eine Logistik-Immobilie bei Karlsruhe „für eine Gruppe von institutionellen Investoren angekauft“. Das Unternehmen hat laut einer Online-Pressekonferenz in der vergangenen Woche Logistikimmobilien als eine der Assetklassen identifiziert, die derzeit im Fokus stehen.

Im September ist ein weiteres Schwergewicht in das Segment eingestiegen: Swiss Life Asset Managers. Das Unternehmen teilte mit, seine Produktpalette mit einem Fonds für Industrie- und Logistik-Immobilien in Europa zu erweitern. Zielgruppe: Institutionelle Anleger.

Logistik-Immobilien zählen zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Sie gehören zudem zu den wenigen Assetklassen, die zumindest noch eine leidlich auskömmliche Rendite bringen können. Allerdings ist auch hier von Kaufpreisfaktoren zu hören, die teilweise weit über dem 20-fachen der Jahresmiete liegen. Wie nachhaltig die Investitionen sind, wenn die Pandemie überwunden ist, wird sich also erst noch herausstellen müssen.

Foto: Patrizia

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