Holzhäuser für Studierende

Visualisierung des "CampusRO"
Visualisierung des "CampusRO"

Im bayerischen Rosenheim entsteht derzeit ein Projekt in "Holzhybrid-Bauweise", bei dem es sich nach Angaben des Projektentwicklers um eines der ersten Studenten-Quartiere der Republik aus dem nachwachsenden Rohstoff handelt. Selbst der DGNB-Prüfer lobt das Projekt bereits vor Erteilung des angestrebten Zertifikats.

Auch die Abbruchmasse der zuvor auf dem Gelände stehenden Gewerbehalle wird zu weiten Teilen neu verbaut, teilt die CampusRO Projektentwicklungs GmbH & Co. KG mit. Sie ist ein Joint Venture der Eckpfeiler Immobilien Gruppe GmbH aus Pullach bei München sowie der Rosenheimer PMA Invest GmbH & Co. KG. Das Konsortium strebt für das „CampusRO“ getaufte Objekt ein Platin-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. an.

Die Fertigstellung des vom Büro ACMS Architekten aus Wuppertal geplanten Gesamtobjektes ist für Anfang 2022 vorgesehen. Bereits ab dem kommenden Wintersemester sollen Studierende in die ersten der insgesamt 211 Wohnungen einziehen, die in unmittelbarer Nähe zur Technischen Hochschule Rosenheim entstehen.

Drei Gebäudekomplexe

„CampusRO“ besteht aus drei Gebäudekomplexen, für die jeweils drei bis vier Gebäudeteile vorgesehen sind. Diese sind durch einen Laubengang miteinander verbunden. Außerdem entsteht ein sechsgeschossiges Boardinghaus mit 40 Managed Apartments für Austauschstudierende und Hochschullehrer sowie für Geschäftsreisende und Touristen. Hinzu kommen ein Café, ein Restaurant, eine Bar sowie ein Quartiersplatz.

Die Ausrichtung der ein- bis fünfgeschossigen Gebäude ist nach Besonnung optimiert, so die Mitteilung. Eine auf den Dächern installierte Photovoltaik-Anlage wird das gesamte Quartier mit Strom versorgen. Strom, der für den Betrieb des Quartiers inklusive Boardinghaus nicht benötigt wird, kann von den Mietern der Studentenwohnungen bezogen werden.

Bauschutt neu verbaut

Bevor der Neubau starten konnte, wurde die alte Gewerbehalle auf der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche abgebrochen. Statt den Bauschutt abzutransportieren und neue Werkstoffe anliefern zu lassen, wird er zu einem großen Anteil im neuen Campus verbaut. Im Neubau werden der Mitteilung zufolge alle Obergeschosse in Holzbauweise errichtet. Der Großteil der lastabtragenden Außenwände wird aus vorgefertigten Elementen zusammengesetzt, die mit eingebauten Fenstern, Lüftungen und inklusive der Außenwandschalung auf die Baustelle geliefert werden. Eine Hybrid-Konstruktion aus Brettschichtholz und Ortbeton sorge für die nötige Stabilität der Decken in allen Räumen. Das verwendete Holz stammt den Angaben zufolge aus bayerischen und österreichischen Wäldern.

Das Grundstück war demnach 2015 von Peter Matthias Astner, Gesellschafter der PMA Invest angekauft worden. Er wollte ein innovatives Quartier zum Leben und Lernen schaffen, heißt es in der Mitteilung. Gemeinsam mit der Stadt Rosenheim sowie einem Team aus Studierenden entwickelte Astner demnach ein Konzept, das dieses Ziel übersetzt. Seit Sommer 2020 realisiert er es nun zusammen mit dem Joint Venture-Partner Eckpfeiler.

Das DGNB-Zertifikat steht noch aus, ist aber anscheinend beschlossene Sache. Jedenfalls wird der für CampusRO zuständige DGNB Senior Auditor Hendrik Müller in der Pressemitteilung bereits ausführlich mit lobenden Ausführungen zu dem Konzept zitiert.

Foto: Ponnie Images, Aachen; ACMS Architekten GmbH, Wuppertal

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