Mehr Kaufinteresse am institutionellen Sekundärmarkt

REAX-Vorstand und Sekundärmarkt Berater Jörn Zurmühlen
Foto: REAX
Jörn Zurmühlen, Vorstand Real Exchange AG: „Kaufinteresse deutlich gestiegen, Verkaufsinteresse gleich geblieben.“

Nach dem "Trendbarometer" der Real Exchange AG (REAX) erwarten insgesamt 97 Prozent der befragten Investoren, Fondsmanager und Fondsinitiatoren, dass sich der Sekundärmarkt von institutionellen Immobilienfonds in den nächsten zwölf Monaten gleichbleibend bis weiter steigend entwickelt.

Laut REAX sehen davon 46 Prozent einer steigenden Entwicklung des Sekundärmarkts für Immobilien-Spezialfonds entgegen. 51 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung des Marktes, also beim An- und Verkauf von Anteilen an bestehenden institutionellen Immobilienfonds. Umplatzierungen in den nächsten zwölf Monaten planen 17 Prozent konkret. Weitere 31 Prozent ziehen diese in Betracht.

Das sind Ergebnisse des zweiten „REAX-Trendbarometers“ zum Sekundärmarkt von institutionellen Immobilienfonds. Das Unternehmen ist Berater und Vermittler für Sekundärmarkttransaktionen mit institutionellen Immobilien-Spezialfonds. Jörn Zurmühlen, Vorstand der REAX: „Gegenüber dem ersten Quartal 2021 ist das Kaufinteresse der Anleger von Immobilienfondsanteilen deutlich gestiegen, wohingegen das Verkaufsinteresse sowie das Interesse, Anteile an die KVG zurückzugeben, gleichgeblieben ist.“ 

Bedeutung eines Renditevorsprungs des Sekundärmarkts geschrumpft

Die Befragten sehen laut REAX mehrere Vorteile bei Ankäufen und Verkäufen von Immobilienfondsanteilen auf dem Sekundärmarkt. Auf der Käuferseite nannten rund 44 Prozent einen schnelleren Return im Vergleich zu Neuzeichnungen als einen der Hauptgründe für eine Transaktion. Mit jeweils rund 41 Prozent werden zudem bessere Renditen beziehungsweise Kaufpreise als bei Neuzeichnungen sowie ein schnellerer Kapitalabruf und die Vermeidung des Blind-Pool Risikos genannt.

Dabei ist allerdings der Punkt „Bessere Rendite/Kaufpreise (als bei Neuzeichnungen)/schnellerer Kapitalabruf“ um 31,7 Prozentpunkte auf 41,2 Prozent zurückgegangen. Aus Sicht der Befragten ist also die Bedeutung eines Renditevorsprungs des Sekundärmarkts gegenüber dem Erstmarkt seit der ersten REAX-Umfrage deutlich geschrumpft.

Dafür spricht auch, dass der Punkt „Nutzung einer Investment-Opportunität“ mit deutlichem Abstand auf den letzten Platz gerutscht ist. Die anderen fünf Antwortmöglichkeiten der Kaufmotive am Sekundärmarkt liegen mit jeweils gut 40 Prozent nahezu gleichauf.

Mehr Unzufriedenheit mit der Fonds-Performance

Auf der Verkäuferseite ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Mit 83 Prozent Zustimmung – und damit rund zehn Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2021 – bilden die Portfoliooptimierung, beziehungsweise Portfolioumschichtungen und Reduzierung der Beteiligungsquote in Immobilienfonds den Hauptgrund für Verkäufe am Sekundärmarkt. Knapp die Hälfte der Befragten nennt die Unzufriedenheit mit der Fonds-Performance, beziehungsweise dem Fonds-Management als weiteren ausschlaggebenden Beweggrund für Verkäufe. Das sind zwölf Prozent mehr als im ersten Quartal,

An dritter Stelle, mit rund 30 Prozent, wird die Uneinigkeit zwischen den Anlegern über die zukünftige Fondsausrichtung genannt. Gewinnmitnahmen sowie Stopp-Loss-Strategien und die Liquiditätsbeschaffung bilden jeweils für rund 25 Prozent der Befragten weitere Motive für Verkäufe von Immobilien-Spezialfonds. Regulatorische Anforderungen und ESG-Kriterien spielen derzeit noch eine untergeordnete Rolle bei Verkaufsüberlegungen.  

Für das „Trendbarometer“ hat REAX nach eigenen Angaben 800 institutionelle Investoren, Fondsmanager und Fondsinitiatoren befragt. Die Umfrage wurde im Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juni 2021 durchgeführt.

Quelle: REAX Real Exchange AG
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