Private Equity: Nachfrage ungebrochen, Sorge wegen hoher Preise

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Christian Diller, Managing Partner bei Mcp.

Die Private Equity Gesellschaft Montana Capital Partners (Mcp) hat ihre neunte Studie "Annual Investor Survey" veröffentlicht. Demnach spielt Private Equity weiter eine wichtige Rolle bei institutionellen Investoren, Family Offices und Stiftungen. Es gibt aber auch Sorgen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Private Equity für Anleger nach wie vor eine sehr gefragte Anlageklasse ist, so eine Mitteilung von Mcp. Es kommen aber auch Bedenken zum Ausdruck, dass sich GPs (General Partners/Geschäftsführer der Fondsgesellschaften) mit zu hohen EBITDA-Multiples in Unternehmen einkaufen könnten. Der Bericht fasst die Ansichten einiger der weltweit führenden Private Equity-Investoren zusammen.

Die Nachfrage nach Private Equity-Investments ist demnach ungebrochen: 35 Prozent der institutionellen Anleger und 88 Prozent der Family Offices und Stiftungen geben an, mehr als zehn Prozent ihres Portfolios in diese Anlageklasse investiert zu haben. Beide Anlegertypen haben die Allokationen in den letzten Jahren allmählich erhöht – als eine zentrale Maßnahme zur Steigerung der Portfoliorenditen und als Ergebnis der relativen Outperformance der Anlageklasse, so Mcp.

Secondaries, also der Kauf von Anteilen an bereits bestehenden Fonds/Verhikeln, gehören nach wie vor zu den drei wichtigsten langfristigen strategischen Präferenzen der Investoren – zusammen mit Mid-Market-Buyouts und Wachstumskapital. Fast 60 Prozent der institutionellen Anleger widmen dieser Strategie inzwischen mehr als fünf Prozent ihrer Private Equity-Allokation. Auch Family Offices und Stiftungen haben ihre Allokation erhöht: 39 Prozent von ihnen setzen nun mehr als 15 Prozent ihres Private Equity-Portfolios für Secondaries ein. Mcp, die unlängst von Prudential Financial übernommen wurde, ist vor allem auf dieses Segment spezialisiert.

Erhöhte Bewertungsniveaus

Erhöhte Bewertungsniveaus hingegen sind das vorherrschende Thema, das den Anlegern durchaus schlaflose Nächte bereite. 72 Prozent der Befragten gaben an, dass GPs, die sich mit zu hohen EBITDA-Multiples in Unternehmen einkaufen, die größte Sorge im Hinblick auf die Marktaktivität in den nächsten 12 bis 24 Monaten sind. Auf Platz zwei folgen mit 15 Prozent Bedenken hinsichtlich einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung, Zehn Prozent nannten politische und regulatorische Unsicherheiten.

Wenn es um die Verwaltung von Private Equity-Allokationen geht, übernehmen die Anleger zunehmend eine aktive Rolle, anstatt sich ausschließlich darauf zu verlassen, dass ihre GPs die richtigen Chancen für sie finden. Die Umfrage ergab, dass zwei von drei Anlegern Branchen und Sektoren analysieren, die in einem Post-Covid-Umfeld voraussichtlich profitieren werden, um das Risiko-Ertrags-Profil ihres Portfolios zu verbessern.

Dr. Marco Wulff, Managing Partner bei Mcp, kommentiert: „Die Attraktivität von Private Equity ist für Investoren nach wie vor sehr hoch, und Secondaries spielen für viele von ihnen eine wichtige Rolle. Das liegt an den Vorteilen, die Secondaries den Investoren bieten, so zum Beispiel das attraktive Risiko-Rendite-Profil. Darüber hinaus hat die Strategie im aktuellen Marktumfeld Innovationskraft und Widerstandsfähigkeit gezeigt.“

„Während der Pandemie sehr gut funktioniert“

Dr. Christian Diller, ebenfalls Managing Partner bei Mcp, fügt hinzu: „Das Governance-Modell von Private Equity hat während der Pandemie sehr gut funktioniert, da es zu erheblichen Ausschüttungen und Ausstiegsaktivitäten kam. Die hohen Bewertungen und der derzeitige Anstieg der Inflationsraten bereiten den Anlegern zwar Sorgen. Es wird aber erwartet, dass Private Equity dank des erheblichen Wachstums und den operativen Verbesserungen in den zugrunde liegenden Portfoliounternehmen, die GPs einbringen können, weiterhin besser abschneiden wird als die Publikumsmärkte.“

Eduard Lemle, Partner bei Mcp, kommentiert: „Es ist interessant zu sehen, dass die Anleger offenbar entschlossen sind, ihre Portfolios aktiver zu verwalten, da sie erkannt haben, dass einige Sektoren sich besser entwickelt haben als andere. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend in Zukunft auch auf dem Sekundärmarkt widerspiegeln wird, mit einer steigenden Nachfrage nach spezialisierten sektororientierten Fonds.“

Die Studie basiert auf einer Online-Befragung von mehr als 60 der weltweit führenden Family Offices und institutionellen Investoren der Branche in den Monaten August und September 2021. Ergänzt wurde dies durch umfassende Interviews mit einem Teil dieser Investoren.

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