Plattform Dagobertinvest gibt Aktien für eigene Osteuropa-Expansion aus

Dagobertinvest Vorstand Andreas Zederbauer
Foto: Dagobertinvest/feel image Felicitas Matern
Andreas Zederbauer, Vorstand Dagobertinvest: "Wir werden uns zu einer europäischen, digitalen Kreditplattform weiterentwickeln."

Die auch in Deutschland aktive Immobilien-Crowdinvesting-Plattform Dagobertinvest aus Österreich strebt eine EU-Lizenz an und will damit nach Osteuropa expandieren. Zur Finanzierung dieses Schritts startet sie nun eine Aktienemission.

Über die Plattform „Invesdor“ werden in einer ersten Runde 5.000 Namensaktien der Dagobertinvest AG zu je 300 Euro ausgegeben, teilt das Unternehmen mit. Bis zum 17. Mai 2022 sollen so zunächst 1,5 Millionen Euro für die Kapitalerhöhung eingesammelt werden. Für Frühjahr 2023 ist eine weitere Runde in derselben Größenordnung geplant.

Dagobertinvest ist nach eigenen Angaben führend in Österreich. Die Plattform spricht bislang Anleger in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz (DACH) an und finanziert Projekte in diesen Ländern. Im Jahr 2021 hat das Unternehmen nach seiner Meldung für das Cash.-Ranking der Sachwertanlagen im Publikumsgeschäft insgesamt ein Finanzierungsvolumen von 28,8 Millionen Euro vermittelt, davon mit 16 Millionen Euro über die Hälfte von deutschen Anlegern. Anfang 2022 hat die 2016 gestartete Plattform den Angaben zufolge ein kumuliertes Vermittlungsvolumen von 100 Millionen Euro überschritten.

Nun strebt Dagobertinvest im Zuge der neuen EU-Verordnung für Schwarmfinanzierungsdienstleister (ECSP), die Ende 2021 umgesetzt wurde, eine EU-weite Lizenz an und will damit vor allem nach Südost-Europa expandieren. Einen entsprechenden Antrag hat das Unternehmen bereits gestellt. Mit der Zulassung rechnet Vorstand Andreas Zederbauer in den kommenden Monaten, sagte er heute bei einem Online-Pressegespräch.

Zunächst Expansion nach Tschechien

Zunächst sei mit der EU-Lizenz die Expansion nach Tschechien geplant, anschließend sukzessive „sichelförmig“ alle drei bis vier Monate in ein weiteres Land in Südost-Europa, also unter anderem über Kroatien bis Rumänien. In diesen Ländern sei Crowdinvesting bislang überwiegend nicht zulässig, so dass zunächst entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Den dortigen Anlegern will Dagobertinvest zunächst Investitionen in Projekte in der DACH-Region anbieten, in einem zweiten Schritt gegebenenfalls auch Projekte vor Ort.

Auf Basis der EU-Verordnung werde es möglich sein, Kredite auch außerhalb von qualifizierten Nachrangdarlehen zu vermitteln und damit bankübliche Sicherheiten in die Darlehen einzubauen. „Vor diesem Hintergrund werden wir uns von einer reinen Immobilien-Crowdinvesting-Plattform zu einer europäischen, digitalen Kreditplattform weiterentwickeln“, so Zederbauer. Für 2022 plant Dagobertinvest mit einem vermittelten Finanzierungsvolumen von 50 Millionen Euro, das die Plattform bis 2026 auf 150 bis 170 Millionen Euro pro Jahr steigern will.

„Old School“ oder Tokenisierung

Die Kapitalerhöhung zur Ausgaben der neuen Aktien erfolgt in zwei Phasen. Zunächst können Anleger bis 17. Mai 2022 insgesamt 5.000 Aktien zu je 300 Euro erwerben. Die zweite Phase der Aktienemission soll dann im Frühjahr 2023 ebenfalls 1,5 Millionen Euro umfassen. Mit den in Summe angestrebten drei Millionen Euro werden 13,5 Prozent neue Dagobertinvest-Aktien erzeugt. Das entspricht einer aktuellen Unternehmensbewertung von 27,5 Millionen Euro.

Die Aktienplatzierung erfolgt über die Plattform Invesdor, in der im vergangenen Jahr die deutsche Kapilendo aufgegangen ist und die über die notwendige MiFID-II-Zulassung verfügt. „Unsere Aktienemission ist kein ‚normaler IPO‘, weil die Kapitalerhöhung nicht über eine Börse erfolgt. Nach der zweiten Kapitalerhöhung 2023 ist jedoch geplant, die Namensaktien in handelbare Inhaberaktien umzuwandeln“, sagte Zederbauer.

Dann sollen die Aktien auch auf einem Handelsplatz handelbar gemacht werden, kündigte er an. Ob dies durch einen klassischen Börsengang erfolgen soll, was Zederbauer als „Old School“ bezeichnete, steht noch nicht fest. Alternative sei zum Beispiel die Tokenisierung, also leicht handelbare digitale Anteilsscheine mithilfe der Blockchain-Technologie.

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