Immobilienfonds: Branche im Umbruch

Während sich die Immobilienbranche in Deutschland auf Höhenflug befindet, durchläuft die Branche der geschlossenen Fonds einen harten Konsolidierungsprozess. Auf dem Weg in die regulierte KAGB-Welt verfolgen die Emissionshäuser unterschiedliche Strategien.

Immobilienfonds
Angesichts des bisher ungebremsten Immobilien-Booms mehren sich die Fragen, wie lange die Euphorie noch anhält.

Champagnerlaune in der deutschen Immobilienbranche. Seit einigen Jahren klettern die Preise von einem Rekord zum nächsten. Der Run der Privatanleger und institutionellen Investoren ist ungebrochen – egal, ob es sich um Wohn-, Gewerbe-, Büro- oder Einzelhandelsobjekte handelt.

In der Gunst der Anleger ganz oben stehen Core-Objekte in Bestlage deutscher Metropolen wie München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart, den sogenannten „Big 7“. Auch immer mehr Investoren aus dem Ausland sehen in dem deutschen Immobilienmarkt einen sicheren Hafen.

Attraktive Immobilienanlage

Die Motive der Anleger für den Run auf das Betongold sind unverändert. Schließlich werfen konservative Anlagen wie sichere Staatsanleihen oder Festgeld aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank nach wie vor keine auskömmlichen Renditen ab.

Gleichzeitig werden die von hoher Volatilität geprägten Aktenmärkte als zu risikoreich empfunden und gemieden. Die ungelöste europäische Staatschuldenkrise und die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft des Euroraums verstärken diesen Trend und die Risikoaversion zahlreicher Investoren.

Investoren auch weiterhin in Kauflaune

In diesem Umfeld sehen viele Immobilien weiterhin als relativ sichere Anlageklasse, mit vergleichsweise hohen Renditen bei gleichzeitig überschaubarem Risiko. Aktuelle Studien machen die anhaltende Attraktivität des Sektors deutlich: So verbuchte der Investmentmarkt für Wohnungsportfolios in den ersten neun Monaten 2013 ein Transaktionsvolumen von rund 8,8 Milliarden Euro – ein Plus von 14 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres, geht aus einer Studie von Savills Research hervor.

Die höchsten Preissteigerungen gab es in den sieben größten Städten Deutschlands.

„Weder die Unsicherheit hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen im Vorfeld der Bundestagswahlen noch die Diskussionen um eine mögliche Zinswende hatten einen spürbaren Effekt auf die Nachfrage nach deutschen Wohnimmobilien“, sagt Savills-Experte Karsten Nemecek. „Die Investoren sind auch weiterhin in Kauflaune. Das günstige Umfeld aus niedrigen Zinsen und Mietwachstum wird uns noch einige Jahre erhalten bleiben“, blickt Nemecek positiv in die Zukunft.

Deutsche Gewerbeimmobilien auf Höhenflug

Auf Höhenflug befindet sich auch der Investmentmarkt für deutsche Gewerbeimmobilien. „Das Transaktionsvolumen in Höhe von über 19 Milliarden Euro für die ersten neun Monate des Jahres zeigt die Attraktivität Deutschlands als Immobilieninvestmentdestination“, sagt Timo Tschammler von Jones Lang LaSalle. „Wir beobachten ein weiter nachhaltiges Interesse von ausländischen Investoren an größeren Objekt- oder Portfoliovolumina, so dass wir mit einem Jahresergebnis von um die 30 Milliarden Euro rechnen. Das wäre das beste Ergebnis seit dem Boomjahr 2007“, so Tschammler.

Dabei zogen die „Big 7“-Städte nach wie vor rund 60 Prozent des investierten Kapitals an. Dort konnten die Spitzenmieten im dritten Quartal 2013 weiter zulegen und erreichten den höchsten Stand seit 2002. Der Löwenanteil der Gelder floss mit 43 Prozent in Büro-, gefolgt von Einzelhandelsimmobilien (29 Prozent). Ein kräftiges Wachstum von acht auf zehn Prozent konnte der Lager- und Logistiksektor erzielen.

Seite zwei: Überhitzungstendenzen am Immobilienmarkt?

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