Ist die Angst vor einer Immobilienblase begründet?

„Durch die strengen Kriterien der Darlehensvergabe ist der Hauskauf in Deutschland inzwischen zu einem elitären Vorhaben geworden.“ Damit unterscheide sich die Situation von derjenigen in den USA vor der Krise 2008, wo Kredite auch an junge Menschen und Geringverdiener vergeben wurden.

4. Geringe Wohneigentumsquote

Die Kreditvergabepraxis der USA habe insgesamt zu einer hohen Wohneigentumsquote geführt. Der derzeitige Immobilienboom in Deutschland falle dagegen deutlich geringer aus. So besitzen hierzulande nur knapp die Hälfte der Bürger Wohneigentum. Von ihnen habe zudem rund die Hälfte bereits ihre Immobilie abgezahlt, wie eine Erhebung von Eurostat zeige.

5. Geringe Leerstandsquoten

„Eine kritische Überbewertung, die schließlich in einer Marktbereinigung mündet, entwickelt sich oft dann, wenn Immobilien nicht mehr als Wohn-, sondern als reines Spekulationsobjekt gehandelt werden“, so Scharfenorth.

Während vergangener Immobilienblasen habe sich beispielsweise beobachten lassen, dass Immobilien zunehmend in der Absicht gebaut wurden, sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. So sei ein Bauboom entstanden, der die tatsächliche Nachfrage nach Wohnraum deutlich überstiegen habe.

Scharfenorth kann diese Entwicklung für Deutschland aktuell nicht bestätigen. Stattdessen sei der Leerstand vor allem in Ballungsgebieten, in denen die Preise stark steigen, extrem niedrig bei zugleich großer Nachfrage, wie der CBRE-Empirica-Leerstandsindex zeige.

Foto: Shutterstock

 

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