„Zurzeit ist der Markt für Schiffsfonds tot“

Lars Heymann, Partner bei PKF Fasselt Schlage, sprach mit Cash. über das Interesse privater und institutioneller Anleger an neuen Schiffsbeteiligungen.

Schifffahrt
„Investitionen in Schiffe werden im nächsten Jahr nur etwas für sehr risikofreudige Anleger sein.“

Cash.: Laut einer aktuellen Studie des Analysehauses Deutsche Fonds Research (DFR) waren Ende Juni nur 1,4 Prozent der fahrenden Flotte beschäftigungslos. Ist diese Entwicklung von Dauer?

Heymann: Das ist schwer vorhersehbar. Zurzeit steht das Weihnachtsgeschäft an, also eine Zeit mit besonders hoher Nachfrage nach Tonnage. Zum Jahresende wird die Nachfrage dann saisonal bedingt abnehmen. Für die Auflieger spielen viele Faktoren eine Rolle: Die Entwicklung des Welthandels ist essenziell.

Außerdem hat jedes Schiff seine individuellen Stärken und Schwächen. Kurzfristig, also um den Jahreswechsel bis zum chinesischen Neujahr wird die Zahl der Auflieger eher nochmal ansteigen. Ich glaube aber, dass der Tiefpunkt erreicht und die Ebene relativ weit durchschritten ist. In absoluten Zahlen gemessen sollten die Aufleger konstant bleiben bis leicht rückläufig sein.

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Wie schätzen Sie die Marktsituation der einzelnen Schiffstypen ein, insbesondere von Containerschiffen, Bulkern und Tankern?

Bei den Containerschiffen droht eine Zweiteilung des Marktes: Bei der aktuell fahrenden Flotte gibt es kaum Anzeichen für eine dauerhafte Erholung der Märkte. Für Neubauten, die immer noch in den Markt drängen, sieht es mittelfristig besser aus. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Schiffe möglichst als Green Ships konzipiert sind. Bei diesen Schiffen kann es durchaus zu einer Erholung der Charterraten kommen.

Tanker und Bulker waren schon immer sehr viel volatiler als Container, da gab es zuletzt in einigen Segmenten etwas höhere Raten, die aber nur wenige Tage später schon nicht mehr zu realisieren waren. Ob eine Erholung hier von Dauer ist, hängt an den Märkten, in denen es starke Nachfrage nach Rohstoffen gibt, ganz wesentlich also an China.

Die Tankerraten sind sehr von den Rohölpreisen und dementsprechend der Nachfrage nach Rohöl abhängig. Diese sind sehr stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weltweit geprägt. Privatanleger und Vertriebe sind aufgrund unzähliger Schiffspleiten nachhaltig verschreckt.

Seite zwei: „Keine erfolgreiche Platzierung eines Schiffsfonds in den letzten Jahren“

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