Neu-Emissionen: Vermögensanlagen schlagen AIF

So wurden im ersten Quartal 2016 nur sechs neue Publikums-AIF gestartet, aber acht Vermögensanlagen-Emissionen. Hinzu kamen drei weitere Vermögensanlagen, die kurz vor dem Jahreswechsel im Bundesanzeiger inseriert worden waren, aber erst danach tatsächlich den Vertrieb aufnahmen (auch die Prospekte von vier der sechs als neu gemeldeten AIF im Q1 stammen formal aus 2015).

Schon 2015 hatte der semi-regulierte Teil des Marktes bei der Anzahl der Angebote die Nase vorn: 33 neuen Publikums-AIF standen insgesamt 45 Vermögensanlagen-Prospekte im Bundesanzeiger gegenüber, davon 33 operative KG-Beteiligungen, jeweils vier Genussrechte und Namensschuldverschreibungen sowie drei Nachrangdarlehen und ein Container-Direktinvestment.

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Die beiden letzten Kategorien sind neu. Nachrangdarlehen und bestimmte Direktinvestments sind erst seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes im Juli 2015 prospektpflichtig, die Übergangsfrist lief Ende 2015 aus. Das Gesetz wertete das Segment durch zusätzliche Pflichten für die Emittenten sowie erweiterte Befugnisse der Bafin zudem spürbar auf und mit dem geplanten ersten Finanzmarktnovellierungsgesetz soll der Anwendungsbereich des VermAnlG auf sämtliche Direktinvestments ausgedehnt werden.

Fast eine Milliarde Euro Direktinvestments

Das kann dem Bereich der Vermögensanlagen einen weiteren kräftigen Schub verleihen. 2015 entfiel nach der jüngsten Hitliste der Anbieter von Sachwertanlagen, die kürzlich in dem Cash.Special „Rendite+“ veröffentlicht wurde, immerhin fast eine Milliarde Euro Eigenkapital auf Direktinvestitionen.

Allein der Branchenprimus P&R, dessen Angebote wohl im Laufe dieses Jahres prospektpflichtig werden, verkaufte im vergangenen Jahr Container für 832 Millionen Euro an Anleger und räumte damit etwa ein Drittel des gesamten Retail-Marktvolumens der Sachwertbranche von gut 2,5 Milliarden Euro Eigenkapital ab.

Insgesamt entfielen 2015 rund 45 Prozent des Platzierungsvolumens auf Angebote außerhalb des KAGB. Auch wenn dabei einige Millionen Euro für die oftmals gar nicht so kleinen Bürgerwindparks, von denen viele grundsätzlich nicht auf Anfragen reagieren, fehlen dürften, ist damit klar: Immerhin die Platzierung entschieden die AIF mit knapp 1,4 Milliarden Euro im Retailvertrieb klar für sich. Lediglich etwa 200 Millionen Euro entfielen auf Vermögensanlagen, die schon 2015 prospektpflichtig waren.

Seite drei: Mehr Vermögensanlagen-Vermittler

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