Anzeige
Anzeige
8. April 2016, 13:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Medien sollten Anleger bei selbstbestimmten Entscheidungen unterstützen”

Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des Sachwerteverbandes BSI, sprach in dem zweiten Teil (Teil I hier) des Cash.-Interviews über die Marktentwicklung in 2016 und die Sicht der Medien auf Sachwertbeteiligungen.

Sachwerteverband

Eric Romba: “Es ist wichtiger denn je, dass Anleger sich über die verschiedenen Finanzprodukte informieren können.”

Cash.: Im Herbst haben Sie im Gespräch mit Cash. erklärt, es spreche nichts dagegen, dass der Vertrieb 2016 reibungslos laufen kann. Mit welcher Entwicklung rechnen Sie in diesem Jahr konkret, speziell mit Blick auf das Neugeschäft?

Romba: Das Geschäft läuft, nicht für alle, aber für viele Marktteilnehmer. Die Regulierung und Umsetzung rund um Mifid II hat gerade bei den Bankenvertrieben für Friktionen gesorgt. Dies war in der Tragweite nicht abzusehen. Anders als in den Jahren zuvor, als der Markt kollektiv wuchs oder schrumpfte, ist heute mehr eine individuelle Unternehmensbetrachtung angezeigt. Es gibt Häuser im Markt, die auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 schauen können.

Wie hat sich Ihr Verband selbst im vergangenen Jahr entwickelt, auch mit Blick auf die Zahl der Mitglieder?

Der Verband ist auch ein Spiegelbild des Marktes. Mitgliedsunternehmen kommen und gehen. Am Ende ist die Frage entscheidend, ob die Qualität unserer Arbeit stimmt und die Mitglieder einen Mehrwert haben, unabhängig davon, wie viele Häuser im Verband engagiert sind. Andererseits muss man auch deutlich sagen: Ohne einen starken, vernetzten und wirkungsvollen Verband wie den BSI hätte der Markt viel mehr einstecken müssen. Erinnern möchte ich nur an das Verbot des Publikumsvertriebs, das in der AIFM-Richtlinie niedergelegt war. Wer den Markt sichern und erhalten will, muss eigentlich im Verband sein.

In einer Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” zum Anlageverhalten der Deutschen, die im Februar veröffentlicht wurde, kamen geschlossene Fonds wieder mal nicht sonderlich gut weg. Die Fonds wurden als “hoch spekulativ” bezeichnet, die darin investierten Anleger seien “blauäugige Zocker”. Was entgegnen Sie solchen Berichten?

Was ich zu allen Berichten auf diesem Niveau sage: Es ist wichtig, zwischen alter und neuer Welt zu unterscheiden. Die Produkte sind schon allein durch die Aufsicht und das gesamte Berichtswesen nicht mehr mit den früheren Angeboten vergleichbar. Das gilt auch für die Anbieter, die nach dieser fundamentalen Umwälzung überhaupt noch am Markt aktiv sind. Es hat sich so viel getan. Ganz grundsätzlich verstehe ich nicht, was ein solcher Artikel bringen soll: Es ist wichtiger denn je, dass Anleger sich über die verschiedenen Finanzprodukte informieren können. Hier hätten die Medien eine große und wichtige Aufgabe, ihre Leser bei selbstbestimmten Entscheidungen zu unterstützen. Stattdessen werden sie herabgewürdigt und – mit Verlaub – für dumm erklärt. Wenn das die Richtung sein soll, müssen wir uns in der Tat nicht wundern, wenn die Menschen ihre Ersparnisse lieber unter dem Kopfkissen hüten, als sie sinnvoll anzulegen.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Gerald Schmidt

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Versicherungsmakler erzielen 2018 mehr Gewinn

Eines der Ergebnisse des aktuellen AfW-Vermittlerbarometer ergab einen in diesem Jahr gestiegenen Gewinn der Versicherungsmakler.

mehr ...

Immobilien

Berlin: Temporäres Wohnen ist “Everybody’s darling”

Der Markt für temporäres Wohnen in der Bundeshauptstadt verändert sich. Immer mehr internationale Investoren und Betreiber sowie neuentwickelte Konzepte bilden aktuell die relevantesten Trends.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: Merkel könnte Brexit verhindern

Angela Merkel könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn sie den Brexit verhindert. Davon ist Hans-Werner Sinn im Interview mit “Börse Online” überzeugt. Sie habe die Chance, mit einem historischen Erfolg in die Geschichtsbücher einzugehen.

mehr ...

Berater

Top Zehn der Neujahrsvorsätze

An sich selbst arbeiten, das wollen im kommenden Jahr über 70 Prozent der Deutschen. Dazu gehört neben gesünder leben und abnehmen auch fürs Alter vorzusorgen. Das sind die zehn wichtigsten Neujahrsvorsätze der Deutschen:

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Recht

Betriebliche Hinterbliebenenrente darf gekürzt werden

Sieht eine Versorgungsregelung vor, dass die Hinterbliebenenversorgung eines jüngeren hinterbliebenen Ehepartners für jedes volle über zehn Jahre hinausgehende Jahr des Altersunterschieds der Ehegatten um fünf Prozent gekürzt wird, liegt darin keine gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßende Diskriminierung wegen des Alters. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) jetzt entschieden (3 AZR 400/17).

mehr ...