„Der Markt blickt nach vorn“

Die Poolung erfolgte hierbei horizontal, d.h. Schiffe gleicher Größenklassen wurden zusammengefasst, was die Einnahmerisiken auf unterschiedliche Charterlaufzeiten und Charterer selbst verteilt. In den ersten Jahren der 2007 begonnenen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte sich diese Poolstrategie durchaus robust. Mittlerweile werden Conti-Containerschiffe auch vertikal gepoolt.

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Dieser Schritt folgte aus der Erkenntnis, dass in sehr schwachen Marktphasen Schiffe trotz unterschiedlicher Größe miteinander um Beschäftigung konkurrieren und somit auch Schiffe innerhalb der eigenen Flotte. Mit der vertikalen Poolung soll den gebildeten Allianzen der Charterer eine gestärkte Marktposition und mehr Flexibilität auf der Eigentümerseite entgegengesetzt werden.

Der Großteil der weiteren Schiffsfonds-Anbieter veröffentlicht gar keine Leistungsbilanzen bzw. Performance-Berichte mehr oder hat dies jedenfalls für 2014 noch nicht getan. Ist nicht besonders in Krisenzeiten ein hohes Maß an Transparenz erforderlich, wenn man langfristig das Vertrauen von Anlegern und Vermittlern zurückerlangen will?

Unbedingt. Eine Leistungsbilanz ist und bleibt eine Visitenkarte. Nur über detaillierte Prospekt-Ist-Vergleiche jedes einzelnen Fonds können sich Anleger, Vermittler und nicht zuletzt die Fachpresse ein Bild über die Leistungsfähigkeit des Anbieters machen. Zahlen sagen mehr als Worte. Daher veröffentlicht Conti seit jeher eine umfangreiche und von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüfte Leistungsbilanz.

Die Chartermärkte für Containerschiffe und Bulker liegen weiterhin am Boden. Nur Tanker erzielen auskömmliche Raten. Erwarten Sie eine Besserung in 2016?

Die Vorhersage der weltwirtschaftlichen Entwicklung und des Welthandels für das Jahr 2016 ist schwierig. Schon zu Beginn des Jahres zeigt sich die Unsicherheit der Marktteilnehmer durch die Volatilität an den Aktienbörsen. Wichtige Faktoren sind hier die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, des Ölpreises, der US-Zinspolitik und der Spannungen im arabischen Raum.

Es wird sich zeigen, inwiefern sich einzelne Befürchtungen bewahrheiten oder die weltwirtschaftliche Entwicklung doch auf stabileren Beinen steht. So sind auch die Fundamentaldaten in den USA durchaus solide, der niedrige Ölpreis für die meisten Industrieländer ein unterschätzter Wachstumstreiber und die Reformerfahrung der chinesischen Regierung nicht zu unterschätzen.

Die Prognose des knapp dreiprozentigen Weltwirtschaftswachstums scheint hier durchaus realistisch. Eine wesentliche Besserung der Charterraten für Containerschiffe und Bulker kann für das Jahr 2016 allerdings aufgrund der aufgebauten Überkapazitäten und des bestehenden Orderbuches nicht erwartet werden. Jedoch kann dies für die verschiedenen Segmente und Größenklassen unterschiedlich ausfallen.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Gerhard Blank

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