Magellan-Pleite: Buss will die Container kaufen

Am Ende habe Buss nicht nur ein attraktives Angebot abgegeben, sondern auch als einziger von allen Interessenten einen soliden Finanzierungsnachweis geliefert. „Der Gläubigerausschuss steht uneingeschränkt hinter dem Verhandlungsergebnis und hat die Vereinbarung einstimmig bestätigt“, wird Rechtsanwalt Jörn Weitzmann, Sprecher des Magellan-Gläubigerausschusses, in der Mitteilung zitiert.

Allerdings setzt die Rechtswirksamkeit des Vertrags noch ein eindeutig positives schriftliches Abstimmungsergebnis unter den
Kapitalanlegern voraus. „Buss möchte sicherstellen, dass der Verkauf durch einen breiten Konsens getragen wird“, erläutert Borchardt.

Alternative: Einzelverkauf

Sollte die Abstimmung zu keiner eindeutigen Zustimmung führen, wird der Insolvenzverwalter die bestehenden Mietverträge mit den Reedereien bis zum Ende der Laufzeit fortführen und die Container danach einzeln verkaufen. Die Erlöse aus diesem Abwicklungsszenario betragen nach einer unverbindlichen Prognose 128 bis 178 Millionen Euro. Diese Berechnung habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bestätigt.

Für Borchardt würde eine solche Abwicklung im Vergleich zu einem raschen Verkauf jedoch Nachteile für die Anleger bergen. „So würden die ersten Abschlagszahlungen erst im Jahr 2019 fließen. Zudem dürfte sich das Gesamtverfahren noch bis zu neun Jahre hinziehen“, so der Insolvenzverwalter.

Hinzu kämen erhebliche finanzielle Unwägbarkeiten, vor allem in Form von schwankenden Devisenkursen, unsicheren Containerverkaufspreisen sowie durch Insolvenzen von Reedereien als Mietvertragspartner. Wie real dieses Risiko ist, hätten beispielsweise die jüngsten Insolvenzen der Großreedereien Rickmers sowie von Hanjin aus Südkorea gezeigt. „Wir empfehlen den Anlegern daher, dem erzielten Verhandlungsergebnis zuzustimmen“, rät Gläubigerausschusssprecher Weitzmann. (sl)

Foto: Shutterstock

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