23. Januar 2017, 12:53
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Schifffahrtskrise: Eine ganz bittere Pille

Und nun das. In erster Linie wird die persönliche Insolvenz natürlich für Ebel und seine Familie ein gewaltiger Schlag sein. Doch auch für die Branche der Sachwertbeteiligungen ist sie eine ganz bittere Pille – weit über Schiffsbeteiligungen hinaus.

Schließlich belegt sie, wie sehr dramatische und andauernde Marktveränderungen an die Substanz auch der renommiertesten Anbieter gehen können. Und welche enormen persönlichen Risiken die Unternehmer in dieser Branche auf sich nehmen.

Die unmittelbaren Folgen für die Hansa-Treuhand-Fonds werden sich wohl in Grenzen halten. Zum einen ist laut einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ das operative Geschäft von Ebels Unternehmen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht betroffen und läuft vorerst stabil weiter.

Zum anderen hatte Hansa Treuhand schon im September angekündigt, das Emissionsgeschäft einzustellen und zumindest ein Großteil der verbliebenen Schiffsfonds ist verschiedenen Berichten zufolge mittlerweile ohnehin insolvent. Die vier Flugzeug- und zwei Private-Equity-Fonds laufen als eigenständige Gesellschaften vermutlich weiter wie bisher.

Neue Nahrung für Endzeitstimmung

Die psychologischen Folgen hingegen sind nicht zu unterschätzen. Schließlich ist Endzeitstimmung in der Sachwertbranche noch immer weit verbreitet. Sie wird durch die Ebel-Insolvenz neue Nahrung erhalten und manchen in die Depression zurückstoßen. Es bleibt zu hoffen, dass die Online-Initiative von Efonds und Patrizia trotzdem einen positiven Impuls für die Branche setzt.

Noch ein persönliches Wort zu Herrmann Ebel: Ich kenne ihn seit vielen Jahren als kompetenten und besonnenen Gesprächspartner, der über den Tellerrand hinaussieht, auch kritische Fragen stets sachlich beantwortet und selbst in schwierigen Situationen auch das Positive betont und Lösungsansätze aufzeigt. Ebel und seiner Familie ist sehr zu wünschen, dass er auch in dieser schwierigen Lage seinen Optimismus nicht verliert.

Stefan Löwer ist Chefanalyst von G.U.B. Analyse und betreut das Cash.-Ressort Sachwertanlagen. Er beobachtet den Markt der Sachwert-Emissionen als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst insgesamt schon seit 25 Jahren. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

Foto: Florian Sonntag

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2 Kommentare

  1. #Christian Mayr
    Vielen Dank für Ihre Hinweise. Ich habe gerade deshalb auf die genannten Berichte Bezug genommen, weil ich den Sachverhalt nicht selbst recherchiert habe. In der Tat gibt es aber daneben zum Teil auch abweichende Angaben/Berichte. Ich habe den Text entsprechend angepasst.
    Stefan Löwer

    Kommentar von Stefan Löwer — 23. Januar 2017 @ 17:43

  2. Wie kommt Herr Löwer darauf zu behaupten, dass “die verbliebenen Schiffsfonds Berichten zufolge mittlerweile ohnehin insolvent sind”?
    Es gibt zumindest noch ein paar Tanker, die nicht insolvent sind, und sogar für letztes Jahr Ausschüttungen bezahlt haben!
    Und vermutlich gibt es auch unter den Containerschiffen welche, die noch nicht insolvent sind.
    Bitte etwas genauer recherchieren, vor man solche Behauptungen aufstellt!

    Kommentar von Christian Mayr — 23. Januar 2017 @ 16:06

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