Neuer Zoff bei Marenave

Die Versicherung DEVK kehrt der Marenave Schiffahrts AG den Rücken. Ein neuer Großaktionär will das Unternehmen, das ohnehin kaum mehr als eine leere Hülle ist, vollständig neu aufstellen und hat prompt umfangreiche Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung .

Raddatz
Bernd Raddatz ist seit Mitte November 2017 Vorstand von Marenave.

Nach zwei Pflichtmitteilungen von Marenave haben zwei DEVK-Unternehmen ihre Aktienpakete von zusammen 20 Prozent auf Null reduziert. Die Versicherung war im Februar 2017 im Zuge eines geplanten Sanierungskonzepts bei Marenave eingestiegen, das jedoch scheiterte.

Stattdessen hat die Deutsche Balaton AG ihren Aktienanteil von 4,7 auf 21,34 Prozent aufgestockt, wie aus einer weiteren Pflichtmitteilung hervorgeht. Zudem hat Balaton mehrere Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung, die für den 29. Januar anberaumt ist, auf die Tagesordnung setzen lassen.

Dazu zählt die Umfirmierung des Unternehmens in Marna Beteiligungen AG und eine Neufassung des bisher Schifffahrts-bezogenen Unternehmensgegenstands in den „Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an Kapital- und Personengesellschaften“.

„Nichts mehr mit Schiffen zu tun“

Zur Begründung führt Balaton unter anderem an: „Das Unternehmen hat in der jüngeren Vergangenheit eine Restrukturierung durchlaufen, während der sämtliche Beteiligungen des Unternehmens, die sich auf Schiffe bzw. die Schifffahrt beziehen, veräußert wurden. Das Unternehmen hat deshalb aktuell nichts mehr mit Schiffen oder Schiffsbeteiligungen zu tun.“

Die Beibehaltung des bisherigen, zu sehr auf Schiffe und Schiffsbeteiligungen ausgerichteten Unternehmensgegenstandes würde die Gesellschaft in ihrer zukünftigen Entwicklung unangemessen einengen, so Balaton. „Außer der der Schifffahrt verhafteten Ernst Russ AG ist wohl auch kaum ein Aktionär noch daran interessiert, dass die Gesellschaft weiteres Geld in die Schifffahrt investiert“, so die Begründung weiter.

Reduzierung der Aufsichtsrats-Vergütung

Balaton will zudem die Vergütung des Aufsichtsrats reduzieren. Das würde unter anderem Jens Mahnke, den Vorstandssprecher der Ernst Russ AG, in seiner Funktion als Marenave-Aufsichtsrat betreffen.

Marenave war 2006 von dem damaligen Emissionshaus König & Cie. und der HSH Nordbank als erste Schiffs-Aktiengesellschaft an die Börse gebracht worden, geriet jedoch in Zuge der Schifffahrtskrise in Turbulenzen. Ernst Russ stieg vor einem Jahr ein und sorgte für einigen Streit um die mittlerweile leere Hülle der AG. In den Griff bekommen muss die Sache nun Bernd Raddatz, der seit gut sechs Wochen Alleinvorstand der Marenave ist. (sl)

Foto: Marenave

 

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