Anzeige
23. August 2017, 12:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Streit zwischen Marenave und Ernst Russ spitzt sich zu

Die Marenave Schiffahrts AG lehnt die Anträge ihres Großaktionärs Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) zur Hauptversammlung am 15. September brüsk ab und sähe dadurch sogar das Sanierungskonzept für das angeschlagene Unternehmen in Gefahr.

Marenave People GL-Presse01 RGB-Kopie in Streit zwischen Marenave und Ernst Russ spitzt sich zu

Marenave-Vorstand Ole Daus-Petersen hat den Verdacht, dass mit dem Ernst-Russ-Antrag “der eingeschlagene Weg der Gesundung obstruiert werden soll.”

Vorstand und Aufsichtsrat von Marenave empfehlen den Aktionären, den Antrag von Ernst Russ “in allen Teilen abzulehnen”, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Andernfalls wäre das “bislang einzig aussichtsreiche, umfassende außerinsolvenzliche Sanierungskonzept (…) ernsthaft gefährdet”.

Die Ernst Russ AG, die mittlerweile 25,2 Prozent der Marenave-Aktien hält, will erreichen, dass ihr Vorstandssprecher Jens Mahnke den bisherigen Marenave-Aufsichtsrat Klaus Meyer ersetzt und des Gremium durch den Stuttgarter Rechtsanwalt und Unternehmensberater Dr. Hans Michael Schmidt-Dencker auf vier Mitglieder erweitert wird.

Zudem verlangt Ernst Russ, den Katalog der unter Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats stehenden Geschäfte zu erweitern sowie eine erteilte Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen aufzuheben und hat angekündigt, gegen eine von Marenave vorgeschlagene Kapitalherabsetzung zu stimmen.

Gespräche mit Ernst Russ abgebrochen

Marenave verweist in der Stellungnahme auf die abgeschlossene Restrukturierungs- und Enthaftungsvereinbarung sowie eine damit in Zusammenhang stehende Investorenvereinbarung mit der Offen Gruppe und der DEVK.

Entsprechende Gespräche mit Ernst Russ hätten bis zum Jahresende hingegen zu keinem Ergebnis geführt. “Bis zum heutigen Tage wurden keine weiteren Gespräche mit der Ernst Russ AG hierzu geführt und die Ernst Russ AG hat kein konkretes Sanierungskonzept vorgestellt”, so Marenave.

Seite 2: “Konzept nicht erkennbar”

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Es ist für Kleinaktionäre nicht verständlich, warum der Marenave-Vorstand sich “frischen Ideen” der Ernst Russ AG verweigert. Nach der Marenave-Historie (wurde eine Aktie bei Gründung nicht mit Euro 1000,– pro Stück bewertet ??) müßte es vielmehr im Sinne der Geschäftsführung sein, die Leistungen von Vorstand und Aufsichtsrat nun ganz exakt in Bezug auf die Vergangenheit zu dokumentieren. Dies könnte z.B. bedeuten, die Bilanzen der letzten 10 Jahre zu öffnen um insbesondere die sachlich angemessene Bewertungssituation zum Schiffsvermögen in den jeweiligen Jahren zu überprüfen. Dabei müßte für die jeweiligen Jahre auch mit überprüft werden, inwieweit es jeweils eine realistische Fortführungsprognose für die Gesellschaft gab.
    Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Fortbestehensprognose nicht schon dann besteht, wenn die Geschäftsleiter sie auf der Grundlage ihrer eigenen subjektiven Wahrnehmung aufstellen, sondern sie muss auch auf einer plausiblen und nachvollziehbaren Planung beruhen, die auch nach der “pflichtgemäßen Einschätzung eines objektiven Dritten” (BGH, Urteil. v. 21.11.2005 – II ZR 277/03; NJW 2006, 1283) die Prognose erlaubt, das Unternehmen könne fortgeführt werden.
    Durch ein offenes Zugehen auf die “frischen Ideen” der Ernst Russ AG und durch die Vorlage der in den zurückliegenden Jahren erstellten Fortführungsprognosen könnten Vorstand auf Aufsichtsrat der Marenave dem Gedanken entgegentreten, das mit dem DEVK-Versicherungskonzern aufgestellte Sanierungskonzept diene vordergründig auch dafür, sich die vorgenannten Dokumentationen ersparen zu können.
    Außerdem würden sich Vorstand und Aufsichtsrat der Marenave – angesichts der prekären Situation – der zumindest ethisch bestehenden, allgemeinen Aufklärungspflicht stellen. Vielleicht läßt zumindest
    der Aufsichtsratsvorsitzende der Marenave – als DEVK-Konzernvorstand – in Bezug auf die notwendige Transparenz Compliance-Richtlinien gelten, die der BGH in einem anderen Zusammenhang wie folgt formuliert hat : “Vorangegangenes gefährliches Tun (Ingerenz) kann eine Aufklärungspflicht nicht nur bei Vorverhalten mit objektivem Täuschungscharakter begründen”.
    Es wäre daher wünschenswert, vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Marenave AG ein Statement zu erhalten, warum die Mitaktionäre ein Sanierungskonzept mit tragen sollen, ohne dass sie vorher mit der gebotenen Transparenz über die (Bilanz)Entscheidungen der vergangenen Jahre exakt informiert wurden – inclusive der jährlichen Fortführungsprognose, die aus einer integrierten Unternehmensplanung, bestehend aus Plan-GuV, Plan-Bilanz und Plan-Kapitalflußrechnung bestehen müßte.
    Jedenfalls erscheint Transparenz und Aufklärung in Bezug auf die Vergangenheit ein probates Mittel zu sein, um allen Aktionären eine sichere Entscheidungsgrundlage für die anstehende Hauptversammlung zu geben.

    Kommentar von Hans Peter Graf — 23. August 2017 @ 22:45

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...