Studie: Assekuranz verliert Euphorie

Der Optimismus in der Versicherungsbranche nimmt ab. Trotz guter Zahlen ist die Verunsicherung groß, wie sich Gesetzesänderungen, Wettbewerb und die allgemeine Konjunktur auf das künftige Geschäft auswirken werden, ergibt die aktuelle Studie der ?Branchenkompass Versicherungen? der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting, Hamburg, in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Demnach erwartet nahezu jeder zweite Versicherungs-manager, dass sich die Versicherer in den kommenden drei Jahren nur noch im Einklang mit der deutschen Gesamt-wirtschaft entwickeln werden. Zuversichtlicher als der Durchschnitt ist die Gruppe der großen Versicherer mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Dort rechnet jeder zweite Entscheider mit überdurchschnittlichem Wachstum.

Konkret erwarten nur noch zwei von fünf Befragten, dass sich ihre Unternehmen bis einschließlich 2007 besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln. Seit dem ersten Branchen-kompass aus dem Jahre 2002 hat der Anteil der Optimisten damit stetig abgenommen. Vier Prozent meinen sogar, dass die Entwicklung schlechter sein wird. Besonders verhalten blicken die Lebensversicherer in die Zukunft. Nach dem Schlussverkauf bei steuerbefreiten Kapitallebensversicher-ungen erwarten sie für 2005 nur noch ein sehr verhaltenes Neugeschäft. Dennoch überwiegt die Zuversicht, dass Policen wie Rentenversicherungen gut verkauft werden. Gleiches gilt für neue Produkte wie die Rürup-Rente. Auch für den zunehmenden Wettbewerb mit Banken und Fondsgesell-schaften sieht sich die Branche gewappnet.

Als klare Zukunftstrends kristallisieren sich laut der Studie Produktpakete und gemeinsame Angebote mit anderen Branchen heraus. Dies meinen 72 beziehungsweise 62 Prozent der Befragten. Bei Produktpaketen werden entweder mehrere Versicherungsleistungen verknüpft oder die Versicherungen werden mit branchenfremden Produkten verbunden. Beispiele sind die Verbindung eines Kredits für den Immobilienkauf mit einer Gebäudeversicherung oder auch die Schadenpolice zum Elektrogerät aus dem Versandhandel. Auch kann mit einer Versicherung für das Wohngebäude das Ansparen von Renovierungsleistungen durch Handwerker verbunden sein. Parallel sieht jeder zweite Topmanager einen Trend zu Discountversicherungen, die nur noch einen Minimalschutz bieten.

Der ?Branchenkompass 2005 Versicherungen? ist eine Studie der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Er zeigt, wie sich die Topmanager in der Assekuranz auf Zukunftsmärkte und Wettbewerb einstellen, wo sie die wichtigsten Markttrends sehen und welche Strategien die Gesellschaften verfolgen. Basis der Studie ist eine Forsa-Umfrage im März und April 2005 unter 100 Führungskräften aus 100 der größten Versicherungsgesellschaften Deutschlands.

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