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13. April 2006, 00:00
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PWC: Zeitwertkonten immer beliebter

Immer mehr deutsche Unternehmen bieten Zeitwertmodelle an oder planen in naher Zukunft, sie einzuführen. Dies ergab die aktuelle Befragung ?Zeitwertkonten als vergütungs-politisches Element? der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), Frankfurt, unter Unternehmen aus den Bereichen Investitions- und Konsumgüterindustrie, Metall, Pharma sowie Handel. Insbesondere vor dem Hintergrund der Einführung der staatlichen Rente mit 67 Jahren und dem Wegfall der Altersteilzeit ab dem Jahr 2009 seien solche Modelle ein notwendiger Schritt, zeigt sich Michael Bursee, Vergütungsexperte bei PwC, überzeugt.

Ein entscheidender Vorteil der Zeitwertkonten sei, dass sie im Vergleich mit den üblichen Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen häufig kostengünstiger seien. Zeitwertkonten erlauben Arbeitnehmern, Vergütungs- und Zeitanteile in ein Wertguthaben einzubringen, das sich durch Fondssparmodelle am Kapitalmarkt verzinst. Dieses Guthaben kann später für einen vorgezogenen Ruhestand, ein Urlaubsjahr oder eine flexible Teilzeitarbeit in den letzten Erwerbsjahren genutzt werden. Daneben können die Guthaben auch in eine betriebliche Altersversorgung umgewandelt werden.

Von 61 befragten Unternehmen gaben 40 Prozent an, ein Wertkontenmodell eingeführt zu haben oder es zumindest zu planen. Das Hauptargument: Die flexible Gestaltung der Lebensarbeitszeit der Mitarbeiter (88 Prozent), gefolgt von der Möglichkeit des frühzeitigen Ausstiegs aus dem Berufsleben (79 Prozent). Gut die Hälfte dieser Teilnehmergruppe schätzt es außerdem, ihren Mitarbeitern ein attraktives Anreizinstrument im Rahmen ihres Gesamtvergütungspaketes zur Verfügung zu stellen sowie die Option des steuerbegünstigten Brutto-Sparens (je 54 Prozent). Unter den Befürwortern von Zeitwertmodellen sind derzeit vor allem größere Unternehmen.

Die wichtigsten Kriterien bei der Gestaltung eines Zeitwertmodells liegen für die Unternehmen in der Wertschätzung durch ihre Mitarbeiter, der Flexibilität beim Aufbau des Zeitguthabens sowie der Überschaubarkeit der Kosten. So bieten die meisten Unternehmen mehrere Möglichkeiten zum Aufbau eines Guthabens an: Feste sowie variable Gehaltsbestandteile können bei zwei Dritteln der Unternehmen eingestellt werden, weiterhin Überstunden (bei 67 Prozent) und Urlaub (bei 39 Prozent). Vielseitig sind auch die Möglichkeiten zur Nutzung des Guthabens: Etwa 60 Prozent der Unternehmen bieten eine Freistellung vor dem Bezug der Altersrente, knapp die Hälfte eine Umwandlung in eine betriebliche Altersversorgung an. Weiter können die Guthaben bei einem Drittel der Teilnehmergruppe für Teilzeitregelungen vor dem Eintritt in den Ruhestand sowie bei 20 Prozent für kurz- und längerfristige Freistellungen während der Berufstätigkeit (zum Bespiel für Weiterbildung) verwendet werden.

Die Unternehmen, die derzeit keine Einführung von Zeitwertkonten für ihre Mitarbeiter planen, befürchten meist einen zu großen administrativen Aufwand (70 Prozent) und zu hohe Kosten (30 Prozent). Hohe Mitarbeiterfluktuation geben 19 Prozent der Unternehmen als Grund für ihre Ablehnung von Lebensarbeitszeitkonten an. Tatsächlich wird mit dem Tod des Arbeitnehmers oder dem Ausscheiden aus dem Unternehmen die Auszahlung des gesamten Wertguthabens fällig ? und damit auch Steuern und Sozialbeiträge. Grundsätzlich räumt der Gesetzgeber daher die Möglichkeit ein, bei Firmenwechsel das Wertguthaben steuerlich und sozialversicherungsrechtlich neutral auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen und dort weiterzuführen. Immerhin 44 Prozent der Unternehmen haben laut der Umfrage diese Möglichkeit in der Ausgestaltung ihres Modells schon berücksichtigt.

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