BdV: Furcht vor dem Mehrklassensystem

Der Bund der Versicherten (BdV), Henstedt-Ulzburg, zeichnet ein düsteres Bild der jüngsten Gesundheitsreform: Während gesetzlich Krankenversicherte sich von ihrer Kasse mit Wahltarifen bedrängt fühlen, sehen sich privat Versicherte einem Tarifwirrwarr ausgesetzt, das sie teuer zu stehen kommen wird.

?Der Basistarif könnte im Einzelfall günstig sein, wird sich für die Vollversicherten jedoch langfristig teurer auswirken?, warnt Lilo Blunck, BdV-Vorstandsvorsitzende. Dieser Tarif auf der einen Seite müsse zwangsläufig eine ?Subvention? durch die Volltarife auf der anderen Seite auslösen. Denn die Basistarife müssten die privaten Krankenversicherer aus ihren anderen Einnahmen gegenfinanzieren.

Eine aktuelle BdV-Umfrage habe ergeben, dass bereits bei Bekanntwerden des Basistarifes gut annähernd 20 Prozent der Befragten wechselwillig sei. ?Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die blitzartig in eine Lawine ausarten kann?, so Blunck. Am Ende stehe, so fürchten die BdV-Experten, nicht nur ein Zwei-, sondern ein Mehrklassensystem.

Der BdV hat daher Forderungen ausgearbeitet, die er nach der Bundestagswahl der neuen Regierung vorlegen will. Neben einer Reihe von grundlegenden Themen fordert der BdV vor allem das Verbot der Wahltarife bei den Gesetzlichen. Sie verzerren den Wettbewerb und ziehen zum Teil den Versicherten das Geld unnötig aus der Tasche, so die BdV-Ansicht. (mo)

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