Ergo-Ziele rücken in weite Ferne

Der Düsseldorfer Ergo-Konzern, zweitgrößter Erstversicherer im Lande, hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 781 auf 92 Millionen Euro verkraften müssen und kann seine ambitionierten Ziele nur noch mit dem Fernrohr erspähen. Schuld ist wieder mal die Finanzkrise: ?Schwarze Zahlen sind keine Selbstverständlichkeit in diesen Zeiten?, kommentierte Ergo-Chef Dr. Torsten Oletzky das Ergebnis.

Die Ursache für den starken Rückgang liegt vor allem in den Kapitalanlagen. Abschreibungen und geringere Veräußerungsgewinne drückten ihren Wert von 5,3 auf 2,9 Milliarden Euro. Die Aktienquote sei allerdings bis Ende 2008 auf 2,6 Prozent heruntergefahren worden, so die Münchener-Rück-Tochter. Zudem sollen zwei Drittel des Bestandes zusätzlich abgesichert und die Eigenkapitalausstattung mit 3,7 Milliarden Euro angemessen hoch sein.

Von seinem vor etwa einem Jahr ausgegebenen Ziel, den Jahrsgewinn bis 2012 auf 900 Millionen Euro zu steigern, ist die Unternehmensgruppe allerdings meilenweit entfernt. Die Beitragseinnahmen im Kernmarkt Deutschland gingen um 1,1 Prozent zurück, in der Lebensversicherung um 4,4 Prozent.

Positiv entwickelten sich indes das versicherungstechnische Geschäft mit einer Schaden-Kostenquote von 90,9 Prozent sowie die Kompositsparten mit einem Beitrags-Plus von 1,4 Prozent. Zudem wächst Ergo im Ausland ? das internationale Geschäft legte im vergangenen Jahr um 12,5 auf 4,3 Milliarden Euro zu und steuerte knapp ein Viertel aller Beitragseinnahmen ein.

Auf eine Prognose für 2009 verzichtete Oletzky angesichts der angespannten Wirtschaftslage. (hb)

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