Ausschließlichkeitsvertrieb: Jede dritte Agentur vor dem Aus

Zusätzliches Wachstum im Geschäft mit Lebensversicherungen zu erschließen, sei für die Agenturen nur noch schwer möglich, meint Steria Mummert. Auch die Erweiterung der Angebotspalette auf weitere Vorsorgeprodukte dürfte sich für kleinere und mittlere Vermittler nicht rechnen, da die Investitionen in das inzwischen aufsichtsrechtlich geforderte Know-how beträchtlich seien. Die Kompensation durch ein verstärktes Engagement im Bereich Sachversicherungen erscheint dem Marktausblick nach aufgrund der insgesamt schrumpfenden Nachfrage ebenfalls kaum möglich.

Viele Entscheidungsträger der Versicherungsbranche sähen hingegen in der Vertiefung des Angebots die Chance zur Einkommensverbesserung. Es gehe darum, die heute bereits gesetzlich vorgeschriebenen Beratungspflichten als mehrwertigen Bestandteil der Vermittlungsleistungen auszubauen, ohne sich dabei selbst dem Honorarberatungstrend anzuschließen.

Auch Ausschließlichkeitsagenturen könnten diese Dienstleistung beispielsweise in Form eines Servicevertrags anbieten, glaubt Steria Mummert. Die ersten Umsetzungsideen lägen bereits in Konzeptform vor. Bis dieses neue Erlösmodell zur Marktreife komme, dürften allerdings noch vier bis fünf Jahre vergehen. Dies liege weniger an der Umsetzungsgeschwindigkeit als vielmehr an der erforderlichen Dauer, für diese Geschäftsmodelle das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. (hb)

Foto: Shutterstock

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