Anzeige
Anzeige
1. November 2010, 17:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Autoversicherung: Für die Wechselschlacht gerüstet

Wachwechsel in der Kraftfahrtsparte: Während die ersten Anbieter dem Preiskrieg zum Opfer fallen, drängt ein anderer an die Spitze. Das beschauliche Coburg in Oberfranken hat sich zum Machtzentrum im Markt für Kfz-Policen entwickelt.

 in Autoversicherung: Für die Wechselschlacht gerüstet

Huk-Chef Wolfgang Weiler

Text: Hannes Breustedt

Same procedure as every year: Mit dem Herbst beginnt die heiße Wechselphase in der Kfz-Versicherung. Die Anbieter lassen nichts unversucht, um Kundschaft zu gewinnen.

Da der Wettbewerb in den vergangenen Jahren vor allem über die Preise geführt wurde, steht vielen Branchenteilnehmern das Wasser inzwischen jedoch bis zum Hals. Die Marken Ineas und Ladycar sind in diesem Jahr bereits untergegangen. Geld verdienen die meisten Versicherer in der sogenannten K-Sparte ohnehin schon lange nicht mehr. Bei vielen wird das Geschäftsfeld mit Erträgen aus anderen Sparten quersubventioniert.

Profitable Anbieter kaum vorhanden

Manfred Poweleit, der die Assekuranz seit Jahren analysiert und den vielbeachteten Branchendienst „map-report“ herausgibt, hat genau unter die Lupe genommen, welche Versicherer in den Jahren 1999 bis 2008 überhaupt Profite mit Kfz-Policen gemacht haben.

Die Gesellschaften lassen sich an einer Hand abzählen: Huk-Coburg, LVM, DEVK sowie die Provinzial-Versicherer aus Münster und Hannover. Dabei sticht vor allem die Huk hervor. Sie hat im Untersuchungszeitraum einen Gewinn von 896 Millionen Euro eingefahren – mehr als doppelt so viel wie der zweitprofitabelste Anbieter LVM. Die Oberfranken haben auch in den letzten beiden Jahren deutlich zulegen können.

2008 waren sie einer Hauptprofiteure des Abwrack-Booms und in der vergangenen Wechselperiode haben sie das Kraftfahrtneugeschäft nach eigenen Angaben erneut um 13 Prozent auf über eine Million versicherte Fahrzeuge gesteigert. Mit dem langjährigen Branchenprimus Allianz, der im letzten Jahresendgeschäft 300.000 Fahrzeuge einbüßte und insgesamt etwa 8,5 Millionen Autos versichert, hat die Huk mittlerweile gleichgezogen. ­ In diesem Herbst sollen die Marktanteile weiter ausgebaut werden.

Der Kostenführer macht Druck

„Wesentliche Voraussetzung hierfür ist der Erhalt der Kostenführerschaft“, erklärt Dr. Wolfgang Weiler, Sprecher der Huk-Vorstände. Mit einer Schadenkostenquote von 94,8 Prozent stand sein Konzern 2009 in der Tat besser da als die meisten Wettbewerber. „Wir haben frühzeitig auf das Schadenmanagement gesetzt. Heute profitieren wir in der Zusammenarbeit von unserem Netz von Partnerwerkstätten“, so Weiler.

Eine weitere Ursache dafür, dass sich die Huk seit Jahren auf der Überholspur befindet, sieht Weiler in der Konzernstruktur. „Hilfreich war sicher, dass wir als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in unserer Geschäftspolitik langfristige Strategien verfolgen können, ohne diese den oft kurzfristigen Interessen von Kapitalgebern unterordnen zu müssen“, erklärt der Vorstandssprecher.

Seite 2: Kleine Anbieter werden vom Markt gefegt

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Anzeige

1 Kommentar

  1. Mich wundert die Profitabilität nicht der genannten Versicherer, da sie ja bekannt sind bei Leistungen nicht in der ersten Riege zu stehen, so meine ich gelesen zu haben, daß die meisten SOGENANNTEN PREISWERTEN Versicherer führend sind in der Beschwerdestatistik. Hier tauchen auch häufig die vermeintlichen Direktversicherer auf. Fragt sich nur, ob es dann für den Kunden wirklich günstiger war. Ich handele nach der Maxime, der Kunde will Leistung (letztendlich) und keinen Preis (für keine oder wenig Leistung).

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig — 2. November 2010 @ 20:45

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...