Anzeige
14. Dezember 2010, 11:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

DGB-Kommission will private Krankenkassen abschaffen

Die vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ins Leben gerufene Reform-Kommission “Für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft” fordert in ihrem Abschlussbericht faktisch die Abschaffung der privaten Krankenversicherung (PKV).

Kommission in DGB-Kommission will private Krankenkassen abschaffen

Dadurch sowie durch weitere Maßnahmen könne der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um über zwei Prozentpunkte gesenkt werden. Die “Gemeinsame Erklärung“ der Kommission aus Gewerkschaften, Verbänden und Wissenschaft, die der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht wurde, wendet sich gegen die Regierungspläne zur Kopfpauschale in der GKV und fordert den Ausbau der solidarischen Finanzierung zu einer sozialen Bürgerversicherung.

“Die Bürgerversicherung ist nachweislich die überlegene Alternative, denn nur so lässt sich die chronische Einnahmeschwäche der GKV nachhaltig und sozial gerecht kurieren”, so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach bei der Vorstellung des Berichts. Die Kommission schlägt dazu vor, die GKV als Solidarsystem für alle auszubauen und die Bemessungsgrundlagen auszuweiten.

Faktisch sollen Beamte und Selbständige in die Bürgerversicherung einbezogen werden. Zudem sollen Gutverdienende mehr als bisher in die Krankenversicherung einzahlen. Dazu soll die Einkommensgrenze laut DGB auf 5.500 Euro angehoben werden. Einkommen über diese Grenze sollen zusätzlich noch mit einem niedrigen “Solidarbeitrag” von etwa einem Fünftel des normalen Beitragssatzes belastet werden. Auch Kapital- und Mieteinnahmen sollen mit Versicherungsbeiträgen belegt werden. Die Beitragsfinanzierung soll paritätisch gestaltet werden.

Allmähliche Abschaffung der privaten Krankenversicherer

Weiterhin sollen die privaten Krankenversicherer in den Finanzausgleich der GKV einbezogen werden. Berufseinsteiger sollen sich ab einem bestimmten Stichtag nur noch bei den gesetzlichen Kassen versichern können, was einer allmählichen Abschaffung der PKV gleichkommt. Alle bislang privat Versicherten sollen die Wahlmöglichkeit erhalten, in die GKV zu wechseln.

Durch eine Kombination der im Bericht aufgeführten Optionen zur Bürgerversicherung ist laut Komission ein finanzieller Gestaltungsspielraum möglich, der einer Beitragssatzsenkung von 2,2 Prozentpunkten entspricht. Angestrebt würde ein Beitragssatz von 13 Prozent.

Seite 2: Harsche Kritik an Röslers Kopfpauschale

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. […] DGB-Kommission will private Krankenkassen abschaffen – Cash.Online … […]

    Pingback von MagicOfWord – Die Zitate und Sprüche Community » Blog Archive » Die Kettenreaktion Persuasion System — 14. Dezember 2010 @ 18:44

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

WWK: “Wer sagt, Riester lohnt sich nicht, täuscht die Menschen“

Die Riester-Rente hat derzeit kaum noch Freunde im Markt. Die WWK gehört zu den wenigen Lebensversicherern, die damit erfolgreich sind. Mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent und einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro im Riester-Neugeschäft ist die WWK ein großer Player in dem Segment.

mehr ...

Immobilien

JLL: Ein Plädoyer für das Bestellerprinzip

Wer bestellt, der bezahlt. Ein selbstverständliches Geschäftsprinzip in der weltweit als höchst professionell anerkannten Immobilienbranche der angelsächsischen Länder wird hierzulande noch immer kontrovers diskutiert.

Kommentar von Timo Tschammler, Jones Lang Lasalle (JLL) Germany

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Krypto-Indexfonds

Krypto-Fonds gibt es bereits. Ein Schweizer Vermögensverwalter ist sich dennoch sicher, mit einem neuen Fonds den Krypto-Markt zu stärken. Regulierung muss Krypto-Anlageprodukten nicht schaden, sie kann ihnen auch nützen, so der Anbieter.

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...