Fitch: Verbesserte Aussichten für deutsche Lebensversicherer

Die Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für die deutschen Lebensversicherer von „negativ“ auf „stabil“ gesetzt. Die Bonitätsprüfer würdigen unter anderem reduzierte Anlagerisiken. Sie halten die Branche für robust genug, sich im Zinstal zu behaupten.

Tim Ockenga, Fitch Ratings
Tim Ockenga, Fitch Ratings

Die Entscheidung berücksichtige die verbesserte Bilanzqualität seit Ausbruch der Finanzkrise sowie die erwartete gute Widerstandskraft gegenüber dem gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld, so die Analysten.

Obwohl sich die Branche noch vielen Herausforderungen gegenüber sehe, glaubt Fitch, dass die derzeitigen Ratingniveaus diese Probleme größtenteils widerspiegeln, weshalb es in der nächsten Zeit nicht zu weiterem Abwärtsdruck auf die Ratings kommen sollte.

„Fitch ist der Ansicht, dass die Kapitalanlagen und die versicherungstechnische Ertragskraft der deutschen Lebensversicherer vor dem Hintergrund hoher Bestandscoupons in ihren festverzinslichen Portefeuilles stark genug sind, um einem längeren Niedrigzinsumfeld standhalten zu können“, sagt Tim Ockenga, Senior Director im europäischen Versicherungsteam von Fitch.

„Zudem werden die seit Jahresbeginn erzielten Neuanlagecoupons von der Agentur als weiter angemessen und die technischen Ergebnisse als stark und relativ stabil angesehen“, fügt er hinzu.

In einem heute veröffentlichten Kommentar weist Fitch darauf hin, dass die Lebensversicherer im Verlauf der Finanzkrise Risiken in den Kapitalanlagen reduziert und Risikomanagementprozesse weiter verstärkt haben. Im zweiten Halbjahr 2009 und im bisherigen Jahresverlauf hat die Erholung an den Kapitalmärkten zu einer deutlichen Verbesserung in der Bewertung der Kapitalanlagen geführt, sodass sich die stillen Lasten deutlich reduziert haben.

Gleichzeitig weist die Agentur darauf hin, dass sich die Qualität der Kapitalausstattung vieler Lebensversicherer durch die Erhöhung von Eigenkapital und anderen Eigenmitteln wie der freien Rückstellung für Beitragsrückerstattung verbessert habe.

Seite 2: Niedrigzinsumfeld als zentrale Herausforderung

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