Lebensversicherung: Weiterhin kein Durchblick bei den Kosten

Auf Basis der Studienergebnisse lasse sich dennoch festhalten, dass von der angestrebten Kostentransparenz in der Versicherungswirtschaft noch keine Rede sein könne, so das Fazit des ITA. „Diese Intransparenz der Versicherungskosten lässt sich im Wesentlichen auf drei Ursachen zurückführen“, erklärt Ortmann. Zum einen setzten Versicherungsgesellschaften bewusst Verschleierungstaktiken ein, um Gebühren zu verdecken und so teurere Produkte zu verkaufen. Zum anderen erfassten die gesetzlichen Vorgaben wesentliche Kostenbestandteile nicht.

Des Weiteren habe der Gesetzgeber ausdrücklich keine Regulierung vorgenommen, sondern den Unternehmen Gestaltungsmöglichkeiten bei den Produktinformationsblättern eingeräumt. Diese Spielräume würden durch die Versicherungsgesellschaften größtmöglich ausgeschöpft – zum Teil so weitgehend, dass die Kosten nicht mehr berechnet werden könnten, teilweise nicht erkennbar seien oder ein Kostenvergleich unmöglich werde. Dennoch müsse dies dem ITA zufolge nicht zwingend den Versicherungsgesellschaften zur Last gelegt werden, da diese nur von den ihnen überlassenen Freiräumen Gebrauch gemacht haben.

Zur Herstellung einer maximalen Kostentransparenz könne ein für alle Versicherungsgesellschaften verbindliches, standardisiertes Produktinformationsblatt beitragen. Dieses sollte zusätzlich zu den vollständigen Kostenangaben kurz und präzise in knapper Form eine Gesamtkostenkennzahl und eine Effektivrendite ausweisen, die den Vergleich einzelner Produkte erlauben. „Im Interesse der Verbraucher bedarf es dazu einer mit entsprechenden Hoheitsbefugnissen ausgestatteten staatlichen oder privaten Einrichtung“, plädiert Ortmann für Regulierungen von Seiten des Gesetzgebers. (hb)

Foto: Shutterstock

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