7. Dezember 2010, 10:42
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Solvency II: Kosten laufen aus dem Ruder

Voraussichtlich ab 2013 soll das EU-Regelwerk Solvency II für die Assekuranz gelten. Während viele Details der geplanten Eigenkapital-Richtlinie noch unklar sind, steht bereits fest, dass sie für die Versicherer teurer wird als erwartet.

Steuer-schiff in Solvency II: Kosten laufen aus dem Ruder

Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der europäischen Versicherer (57 Prozent) inzwischen erwartet, dass die Umsetzung von Solvency II deutlich höhere Kosten verursacht, als ursprünglich angenommen.

Demnach erwarten 29 Prozent der untersuchten Gesellschaften Gesamtkosten von mehr als 26 Millionen Euro – sieben Prozent rechnen gar mit Kosten in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro. In einer ähnlichen Befragung im Jahr 2007 erwarteten nur vier Prozent der Branchenvertreter Ausgaben jenseits der 26 Millionen Euro-Marke.

“Vor dem Hintergrund der näher rückenden Deadline und des zunehmenden Reifegrads der Riskomanagement-Konzepte entdecken die Versicherer zunehmend die Herausforderungen der Umsetzung”, sagt Eva Dewor, Geschäftsführerin im Bereich Risikomanagement bei Accenture.

Solvency II und dessen Auswirkungen auf die Entscheidungsstrukturen im Unternehmen erfordern signifikante Veränderungen in der Organisation, in den Prozessen und insbesondere in den IT-Systemen.

Neben den höheren Einführungskosten werde die Branche zudem auch von einem bereits absehbaren Mangel an Fachkräften betroffen sein, glauben die Accenture-Experten. “Je näher die Einführung von Solvency II rückt, desto härter wird der Wettbewerb um diese Talente”, sagt Dewor. Schon jetzt sei ein Mangel an Aktuaren und IT-Experten für das Risikomanagement zu verzeichnen, der sich im kommenden Jahr weiter verschärfen werde.

In der zeitlichen Umsetzung von Solvency II gibt sich der überwiegende Teil der Versicherer jedoch optimistisch: So gehen 53 Prozent der Unternehmen fest davon aus, die Anforderungen bis zum Stichtag zu erfüllen, knapp ein Drittel (29 Prozent) sieht noch internen Verbesserungsbedarf zur Einhaltung der Fristen und 14 Prozent erwarten über 2012 hinaus noch zu erfüllende Anforderungen und Aufgaben bei der Einführung. Vier Prozent der Branchenvertreter warnen allerdings schon jetzt, den gegebenen Zeitrahmen nicht einhalten zu können.

Seite 2: Solvency II als Impuls für Fusionen und Übernahmen

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