Teure Kfz-Policen für junge Männer

Das doppelt so hohe Verkehrsunfallrisiko bei Fahrern unter 24 Jahren gegenüber anderen Altersgruppen lässt die Kosten für Kfz-Policen in dieser Zielgruppe steigen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verbraucherportals Toptarif.de.

Fahrer1In der amtlichen Verkehrsunfallstatistik finden junge Männer unter 24 Jahren besonders häufig Erwähnung. Insgesamt verunglücken laut Statistischem Bundesamt mehr als doppelt so viele 18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Dabei ist die Zahl der in Verkehrsunfällen getöteten jungen Männer mehr als viermal so hoch als bei den gleichaltrigen Frauen. Entsprechend werden junge Männer laut Toptarif.de von der Kfz-Versicherung selbst bei sonst identischen Voraussetzungen im Schnitt um knapp 30 Prozent stärker zur Kasse gebeten als ihre etwas älteren Pendants.

„Auch bei der gleichen Anzahl unfallfreier Jahre zahlen junge Fahrer in der Regel einen höheren Beitrag zur Kfz-Versicherung“, erklärt der Experte des Portals Thorsten Bohg. „Richtig teuer wird es meist für Fahrer unter 23, bei manchen Versicherungen auch bis 25 Jahre. Das Alter der Fahrer wird von den Versicherern extra abgefragt und als zusätzliches Risikomerkmal gewertet.“

Preiswerter ist laut Studie oftmals, wenn eine Frau am Steuer sitzt. Da weibliche Fahrer seltener Unfälle verursachen, werden sie von vielen Kfz-Versicherern mit günstigeren Prämien belohnt. Im Schnitt zahlen Frauen unter 23 Jahren etwa neun Prozent weniger für ihre Kfz-Versicherung als ihre männlichen Altersgenossen.

Was aber können junge Fahrer tun, um den lang herbeigesehnten Wagen doch noch günstig zu versichern? „Als Versicherungsnehmer kommen neben dem Auto-Neuling meist auch die Eltern oder Großeltern in Frage“, erklärt Bohg. Das Problem dabei: Ist der Wagen als Zweitwagen über die Eltern versichert, steigt der Fahranfänger in der Schadenfreiheitsklasse aber selbst nicht auf.

Eine beliebte Variante bei jungen Fahrern ist die Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes von Dritten, so zum Beispiel vom Großvater. Außer bei den Eltern muss der Fahrer mit der Person in vielen Fällen in häuslicher Gemeinschaft gemeldet sein. „Bei dieser Variante werden allerdings nur so viele Jahre anerkannt, wie man selbst unfallfreies Fahren nachweisen kann“, macht Bohg deutlich. Nachteil dieses Modells: Der Großvater muss auf seinen gesamten Schadenfreiheitsrabatt verzichten.

Richtig sparen kann der junge Fahrer zudem, wenn er die verschiedenen Tarife am Markt gründlich vergleicht. Denn bei den Angeboten der Kfz-Versicherer klafft die Preisschere in dieser Altersgruppe besonders weit auseinander. So beträgt der Preisunterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot für einen 21-jährigen Versicherungsnehmer aktuell bis zu 60 Prozent beziehungsweise 1048 Euro.

Zusätzlich sollten junge Fahrer, die das erste Mal eine Kfz-Versicherung auf ihren Namen abschließen, überprüfen, ob in ihrem Fall auch andere Rabatte möglich sind. (te)

Foto: Shutterstock

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