Anzeige
14. Juli 2010, 12:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungsvertrieb: Machtübernahme durch freie Partner?

Der Anteil unabhängiger Vertriebspartner in der Assekuranz erhöht sich. Wenn die Versicherer ihre Vertriebssysteme nicht professionell ausrichten, droht eine Machtverschiebung, so das Fazit einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Simon-Kucher.

Lichtschwert- in Versicherungsvertrieb: Machtübernahme durch freie Partner?

Der zunehmende Einsatz unabhängiger Vertriebspartner im Versicherungsgeschäft erhöht den Preisdruck und reduziert die Möglichkeit, sich im Wettbewerb klar zu positionieren. Können Versicherer davon noch profitieren? Oder lassen sie sich von den Partnern das Heft aus der Hand
nehmen?

Eine Kurzstudie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners bestätigt den Trend um die unabhängigen Dritten: Mehr als die Hälfte der befragten Entscheider aus der Versicherungswirtschaft setzen zu 40 Prozent Vertriebspartner im Neugeschäft ein, mit steigender Tendenz.  Allerdings ergibt die Befragung auch, dass über die Hälfte der Versicherer ihre Vertriebssysteme noch nicht auf das Geschäft mit Dritten ausgerichtet hat und nur in Einzelfällen anpasst. Weitere 15 Prozent verzichten sogar ganz darauf.

Laut den Versicherungsexperten Dirk Schmidt-Gallas und Verena Beeck von Simon-Kucher birgt dies große Gefahren: Indem die Versicherer unabhängigen Vertriebspartnern immer mehr Wertschöpfungsanteile zugestehen, können diese Partner den Druck auf die Versicherer erhöhen. In der Konsequenz würde sich der Versicherer zunehmend auf die Rolle eines reinen ‚Risikoabsicherers’ reduzieren.

Der Assekuranz ist das Problem bekannt, doch es wird noch wenig unternommen. „Dabei besteht akuter Handlungsbedarf“, so Schmidt-Gallas. „Die Versicherer sollten sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.“ Um die Unternehmensziele zu erhalten und die Verkaufspolitik der Partner besser zu steuern, müssten die Versicherer nach eigener Einschätzung zunächst die echte Verkaufsleistung transparent machen und dann die Vergütung mit den eigenen bereits vorgesteckten Zielen verzahnen.

Seite 2: Messbarer Verkaufserfolg soll her

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

4 Kommentare

  1. Selten so gelacht, aber eigentlich traurig das für solche Studien auch noch Geld ausgegeben wird. Schön die Formulierung von Herrn Helberg, gefällt mir und schließe mich zu 1000 % an!!!! Ansonsten ist dieser Artikel ohne Wort, dabei haben wir heute gar nicht den 1.April 😉

    Herzliche Grüße aus Hamburg
    Stefanie Vogel

    Kommentar von s.Vogel — 16. Juli 2010 @ 19:55

  2. Hallo,
    also das glaubt man kaum! An Herrn Helberg: Treffender gings nicht mehr.
    Hoffentlich lassen sich die Versicherer nicht einlullen von einer pseudo-wiss. Studie am Rande der Verschwörungstheorie.
    1. Sparen denn die Gesellsch. nicht, wenn sie ihre “gefütterten” Agenturen mehr einschränken?
    2. Der unabh. Makler strebt m.E. nicht danach, “Macht” über ein VU zu bekommen. Er wird allerdings immer das BESTE aussuchen für seine Mandanten.
    3. Wo bleibt in der “Studie” der Kundenanspruch??
    Am besten verdient haben wohl die Studienmacher.
    C.Polzer

    Kommentar von Christian Polzer — 16. Juli 2010 @ 13:47

  3. Wie war das? Opportunistisches Rosinenpicken der Vertriebspartner unterbinden? WOW! Das ist echt ohne Worte!

    Kommentar von Der Finanzschrauber — 16. Juli 2010 @ 13:34

  4. Guten Tag,
    herzlichen Dank für diesen unterhaltsamen Beitrag! Niemals vorher wurde die absolute Ahnungslosigkeit vom ausschließlich seinen Mandanten verpflichteten Berufsstand der Versicherungsmakler besser dokumentiert, als in diesen Zeilen.
    Herrlich!
    Mit freundlichen Grüßen aus Osnabrück,

    Matthias Helberg
    http://www.helberg.info/versicherungsmakler

    Kommentar von Matthias Helberg — 16. Juli 2010 @ 13:01

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Jubiläumsheft

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Zukunft der Versicherungsbranche + Unangenehme Wahrheiten: Vermittlerzahlen täuschen

Versicherungen

bAV: Nürnberger stellt Pensionsfonds neu auf

Die Nürnberger Pensionsfonds AG erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). So kann sich beim bilanzförmigen Pensionsfonds die Kapitalanlage zukünftig automatisch an aktuelle Marktentwicklungen anpassen, um eine langfristig stabile Wertentwicklung zu erreichen. Mit Fidelity International konnte zudem ein neuer Partner im Bereich der Fondsanlage gewonnen werden.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Zinsen werden volatiler

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich unter anderem mit der finanziellen Lage Italiens, während die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder einmal am Leitzins gedreht hat.

mehr ...

Investmentfonds

Sieben Anlagestrategien für den Spätzyklus

Die USA erleben ihre zweitlängste wirtschaftliche Expansion, die bereits zehn Jahre andauert. Und auch wenn derzeit kein Ende in Sicht ist, stellt sich die Frage, wie lange dieser noch anhalten wird. Laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, spricht vieles dafür, dass sich die US-Konjunktur im Spätzyklus befindet. Er nennt sieben Strategien, mit denen Anleger ihre Portfolios defensiver Ausrichten können.

mehr ...

Berater

Fintechs: Die fairsten digitalen Finanzberater

Auf dem deutschen Markt tummeln sich bereits über 300 verschiedene sogenannte Fintechs – Tendenz laut Experten steigend. Welche davon am fairsten aufgestellt sind, hat das Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit Focus Money untersucht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Falschberatung: Sparkasse muss zahlen

Mangelhafte Beratung kann den Berater teuer zu stehen kommen. Das erfährt eine oberpfälzische Sparkasse gerade am eigenen Leib, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth zeigt.

mehr ...

Recht

Heckenschnitt: Was gilt im Streitfall?

Landesrechtliche Regelungen geben oft vor, wie hoch eine Hecke auf einer Grundstücksgrenze sein darf. Nachbarn können jedoch nicht verlangen, dass der Eigentümer seine Hecke vorsorglich im Herbst und Winter so stark herunterschneidet, dass sie im Sommer die zulässige nicht Höhe überschreitet. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Landgericht Freiburg.

mehr ...